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11.10.2012

13:09 Uhr

Italien-Anleihen

„Das war eine sehr starke Auktion“

Italien muss zwar höhere Zinsen als vor einem Monat bieten. Die Nachfrage legte allerdings zu. Nach der Herabstufung von spanischen Anleihen war das nicht unbedingt zu erwarten.

Eine Ein-Euromünze liegt auf der Landesfahne von Italien. dpa

Eine Ein-Euromünze liegt auf der Landesfahne von Italien.

Rom/FrankfurtBei einer Aufstockung von Anleihen mit Fälligkeit 2015 stieg die zu zahlende Rendite von 1,75 Prozent, die bei einer vergleichbaren Auktion Mitte September erzielt worden war, auf 2,86 Prozent. Dies geht aus Zahlen der nationalen Notenbank vom Donnerstag hervor.

Dies war vor allem auf den Anstieg der Renditen am Sekundärmarkt zurückzuführen - der Zins lag noch deutlich unter dem Niveau vom Juni, als Italien den Anlegern für ähnliche Kredite rund 5,3 Prozent zahlen musste. Zudem konnte die Regierung mit 3,75 Milliarden Euro so viel Geld wie maximal geplant einnehmen. Auch die Überzeichnung war mit dem 1,67-Fachen höher als zuletzt. „Das war eine sehr starke Auktion mit einer guten Nachfrage und einer sehr guten Prämie“, erklärte Artis Frankovics, Stratege bei Nomura in London.

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Die Kurse der zehnjährigen italienischen Anleihen drehten ins Plus, so dass die Rendite auf 5,09 von 5,11 Prozent am Vorabend fiel. Am Morgen war die Rendite zeitweise noch bis auf 5,19 Prozent geklettert.

Die Versteigerungen fanden in einem denkbar ungünstigen Umfeld statt: Am späten Mittwochabend hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Bonität Spaniens um zwei Stufen auf „BBB-“ abgestuft. Das Rating liegt damit nur noch eine Note über Ramsch-Niveau. Experten hatten befürchtet, dass sich dies negativ auf die Auktion Italiens auswirken könnte. Ein starker Zinsanstieg blieb jedoch aus. Ein Grund für die unfallfrei verlaufene Auktion könnte sein, dass Mitte Oktober starke Rückflüsse aus fälligen Papieren anstehen. Dies stützt für gewöhnlich die Nachfrage nach neuen Schuldtiteln. „Die italienische Auktion ist ziemlich gut verlaufen“, sagte ein Händler.

Der Euro und die spanischen und italienischen Anleihen haben am Donnerstag vom guten Verlauf der italienischen Anleihen-Auktion profitiert. Zudem stützte die Einschätzung, dass mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens die Aussichten für einen ESM-Hilfsantrag der Regierung in Madrid gestiegen sind. Der Euro notierte mit 1,2902 Dollar wieder klar über dem New Yorker Vortagesschluss von 1,2862 Dollar, nachdem er am Morgen noch bis auf 2,2826 Dollar gerutscht war. Auch die Kurse der spanischen Anleihen grenzten ihre Verluste deutlich ein, so dass die Rendite mit 5,83 Prozent wieder fast das Vortagesniveau erreichten. Zuvor waren sie zeitweise auf 5,96 Prozent geklettert.

Kommentare (5)

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Felix_Steiner

11.10.2012, 14:03 Uhr

Zitat:

"Italien muss zwar höhere Zinsen als vor einem Monat bieten. Die Nachfrage legte allerdings zu. Nach der Herabstufung von spanischen Anleihen war das nicht unbedingt zu erwarten."

Realwirtschaftlich unbenötigtes Geld sucht nach Anlagemöglichkeiten, wie ein Verdurstender nach Wasser. Wie der Verdurstende schließlich, wenn nichts anderes zu finden ist, aus einer stinkenden Kloake trinkt, so stürzt vagabundierendes Geld sich, wenn nichts Besseres im Angebot ist, auch auf B-Papiere.

Gerade die Abwertung spanischer Anleihen hat italienische Papiere attraktiver gemacht, so dass es kein Wunder ist, dass die Auktion gut lief.

Aus all dem irgendetwas Positives herauslesen zu wollen, was die Lage in Italien angeht, wäre allerdings so, al ob man einer Kloake beste Trinkwasserqualität bescheinigte, nur deshalb, weil ein Verdurstender aus ihr ihr getrunken hätte.

Hunt

11.10.2012, 16:00 Uhr

Endlich mal überragende Neuigkeiten. Europa und Italien sind gerettet. Liebes HB Team nur dass ich das richtig verstehe.. Sie finden dass das ne starke Nachricht und Auktion war weil die Papiere überzeichnet waren?? Das klingt sehr logisch. Was für Lufsprünge würden dann alle erst mach wenn die Zinsen nicht künstlich nch unten manipuliert werden und bei der heutigen Auktion ein 7,5 % Kupon hätte gezahlt werden müssen!!!?? Bei der vielen Liquidität am Markt und den ganzen Garantien die von Staaten und EZB zugesichert werden wäre beim 7,5 % Kupon die ganze Auktion bestimmt 12 mal überzeichnet gewesen.. Danke für diesen informativen, alles ist gerettet, Bericht. Gerne lese ich morgen die nächste Beruhigungspille! Glaube ich brauch einfach meine tägliche Verarsche-Dosis

Account gelöscht!

11.10.2012, 17:14 Uhr

die Frage ist nur, wer die Käufer sind?

Inlandbanken, die das Geld vorher von der EZB geliehen haben?

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