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10.11.2011

09:11 Uhr

Italienische Anleihen

Erhöhte Abschlagsmargen sorgen für Gefahr

VonAndrea Cünnen

Die Erhöhung der Abschlagmargen für italienische Staatsanleihen durch den Abwickler LCH Clearnet sorgt für Bewegung an den Märkten. Für die US-Bank Morgan Stanley ist die Entscheidung ein gefährliches Signal.

Italienische Börse in Mailand PR

Italienische Börse in Mailand

FrankfurtClearing – so heißt das Geschäft der Häuser, die Wertpapiertransaktionen zwischen institutionellen Investoren als Dienstleister abwickeln und saldieren. Das klingt technisch, langweilig und nicht so, als ob es die Märkte wesentlich beeinflussen würde.

Und doch war es eine Entscheidung des Abwicklers LCH Clearnet, die am Mittwoch den Anstoß für den Ausverkauf bei Italiens Anleihen gab. Der Abwickler ist auf Wertpapierleihe-Geschäfte spezialisiert. Dabei leihen sich Investoren Geld und hinterlegen dafür Wertpapiere. Italienische Staatsanleihen sind dabei ab heute weniger wert.

Auch wenn Investoren sich vorher sogar auf noch höhere Abschläge eingestellt hatten, weil die Renditeaufschläge für zehnjährige italienische Anleihen zuvor schon deutlich gestiegen waren: Die Entscheidung von LCH Clearnet habe dennoch das für die Märkte eigentlich positive Rücktrittsangebot von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi komplett in den Schatten gestellt, sagte Suki Mann, Kreditstratege bei der französischen Großbank Société Générale.

Die US-Bank Morgan Stanley sieht in der LCH-Entscheidung ein gefährliches Signal: Jetzt dürften Anleger den Anleihen noch stärker misstrauen. Brisant ist das vor allem, weil in Italien allein im nächsten Jahr Zinspapiere über mehr als 300 Milliarden Euro fällig werden, die refinanziert werden müssen. Zudem zog ein italienischer Abwickler nach und erhöhte die Sicherheitsanforderungen ebenfalls.

Verständlich werden die Sorgen und die Reaktion der Märkte, wenn man die Entwicklung portugiesischer und irischer Staatsanleihen betrachtet, bei denen LCH die Abschlagsmargen Ende 2010 und Anfang 2011 um zunächst 15 Prozentpunkte erhöhte. Danach stiegen die Renditen und Risikoprämien noch kräftiger.

Allein Italiens Banken hatten nach Berechnungen der Europäischen Zentralbank per Ende September italienische Staatspapiere über 113 Milliarden Euro für die Wertpapierleihe eingesetzt. Die britische Investmentbank Barclays Capital schätzt, dass Italiens Banken für diese Geschäfte jetzt acht Milliarden Euro und damit doppelt so viele Sicherheiten wie zuvor stellen müssen.


Kommentare (2)

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Bruno

11.11.2011, 08:43 Uhr
































































































Privatanleger!! Hände weg von spanischen und italienischen Investments!! Warum? Abzug von nicht anrechenbarer Quellensteuer (z.B.Spanien: 19 Prozent).Auch als "Nichtansässiger" hast du keine Chance auf Erstattung. Zusätzlich zahlst du in Deutschland noch einmal auf diesen 19 Prozentigen Abzug 26,375 Prozent Zinsabschlagssteuer - also 2,4 Prozent bekommst du nicht!!
Kurz: Rund ein Viertel der Dividende/Zinsen wird dir abgezogen. Eine Anleihe mit 5 Prozent Kupon bringt dir nur 3,75 Prozent Rendite- "Monkeybusiness" bei dem Risiko.
Hoffe einen interessanten Beitrag geleistet zu haben.

Bruno

11.11.2011, 08:52 Uhr

Zusatz: 3,75 Prozent v o r Steuern! Hiervon werden natürlich noch einmal 26,375 Prozent Zinsabschlagssteuer abgezogen - womit dir 2,76 Prozent netto verbleiben.

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