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02.12.2014

17:40 Uhr

Jahresendrally

Wo die Börsen zum Jahresende abheben

Der Dezember ist für viele Börsen der beste Monat des Jahres – vor allem der Dow Jones legt zum Jahresende immer kräftig zu. Doch ganze 17 Länder feiern eine größere Börsenparty. Wo die Jubellaune am größten ist.

Händler an der Wall Street. Der Dezember ist im Schnitt der beste Monat an der Wall Street – doch zahlreiche Börsen laufen noch besser. ap

Händler an der Wall Street. Der Dezember ist im Schnitt der beste Monat an der Wall Street – doch zahlreiche Börsen laufen noch besser.

New YorkMittlerweile hat wohl jeder Anleger mitbekommen, dass der Dezember historisch betrachtet in vielerlei Hinsicht der beste Monat am US-Aktienmarkt ist.

Was aber wohl nicht jeder mitbekommen hat: Von all den Aktienmärkten, bei denen der Dezember als bester Monat gilt, schneiden die USA am schwächsten ab. Es gibt mindestens 17 solcher Märkte, deren durchschnittliche Erträge im Dezember über denen der US-Börsen liegen. Das zeigt jetzt ein aktueller Bericht des Strategen Jordan Kotick von der Royal Bank of Canada.

Argentinien ist das Heimatland des Aperitifs Hesperidinda und der Süßspeise Dulce de Leche. Im Dezember schmeißt das Land an der Börse die beste Party. Der Merval-Index steigt dem Bericht von Kotick zufolge in diesem Monat um durchschnittlich elf Prozent. Es folgt der Leitindex der Türkei mit im Schnitt neun Prozent Plus, während Polen, Brasilien und Mexiko im Mittel auf Zuwächse von etwa vier Prozent oder mehr kommen.

Kotick zufolge wird der durchschnittliche Dezember-Gewinn des Dow Jones Industrial Average von 1,3 Prozent auch von den Börsen in Indien, Taiwan, der Tschechischen Republik, Südafrika, Großbritannien, Australien, Südkorea, Japan, der Schweiz, Portugal, Kanada und sogar vom Euro-Auswahlindex Euro Stoxx 50 überflügelt.

Eine lobende Erwähnung erhält in dem Bericht auch der Hang Seng Index aus Hong Kong mit einem durchschnittlichen Gewinn von 3,7 Prozent - auch wenn der Dezember an dem Markt historisch betrachtet nicht der beste Monat an der Börse ist.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Währungsschwankungen haben wohl eine Rolle gespielt. Das gilt vor allem für Argentinien, wo mehrere Wechselkurse die Aktienrenditen verzerren könnten. Wird an diesen Märkten in Dollar investiert, könnten also nicht dieselben Erträge herauskommen.

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