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27.06.2011

11:27 Uhr

Jan Hatzius im Interview

„Die Wirtschaft ist sehr anfällig für Schocks“

ExklusivDie Krise ist noch nicht überstanden, warnt Jan Hatzius, Chefvolkswirt von Goldman Sachs. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, warum der Aufschwung ins Stocken gerät und die Politik kaum noch Spielraum hat.

Jan Hatzius, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, hält den Rückfall in die Rezession für unwahrscheinlich. Quelle: Bloomberg

Jan Hatzius, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, hält den Rückfall in die Rezession für unwahrscheinlich.

DüsseldorfHandelsblatt: Herr Hatzius, die Weltkonjunktur droht zu lahmen, auch weil die USA schwächeln. Was ist passiert? Anfang des Jahres waren doch alle so optimistisch.

Jan Hatzius: Es gibt Gründe, die sind leicht zu erklären und offensichtlich. Dazu gehört etwa die Katastrophe in Japan oder der Ölpreisschock nach den Unruhen im Nahen Osten. Aber man muss feststellen, dass sich diese anders und zum Teil gravierender auszuwirken scheinen, als die Modelle es hergeben.

Wie erklären Sie das?

Wir rechnen etwa nach unseren Modellen damit, dass der höhere Benzinpreis in den USA im zweiten Quartal ungefähr 0,5 Prozent Wachstum kostet. Aber einige Konjunkturdaten legen nahe, dass es mehr sein könnte, vielleicht sogar 0,75 Prozent.

Woran liegt das?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die sich durch die Finanzkrise geändert haben und schwer zu fassen sind. Es scheint so zu sein, dass höhere Benzinpreise sich heute stärker auf die US-Wirtschaft auswirken als früher. Ein möglicher Grund: Die Menschen haben heute weniger Reserven als früher und können einen höheren Benzinpreis nicht mehr so einfach durch eine höhere Sparquote abfangen und gleichzeitig das übrige Konsumniveau beibehalten. Die Unsicherheit für Prognosen ist durch solche Entwicklungen größer geworden.

Wird der Druck des hohen Ölpreises denn, wie einige vorhersagen, nachlassen?

Wir gehen davon aus, dass der Benzinpreis in den USA im Sommer saisonbereinigt um etwa zehn Prozent fällt. Er ist damit immer noch höher als zu Jahresbeginn, aber immerhin sollte damit der negative Effekt auf die Konjunktur nachlassen. Allerdings rechnen wir für Ende nächsten Jahres mit einem Anstieg des Preises für das Fass Brentöl auf 140 Dollar.

Sie rechnen also langfristig mit wenig Effekten aus der Freigabe von Öl aus der strategischen Reserve der USA?

Der Grund für den hohen Ölpreis ist die weiter angespannte Angebotssituation. Wir erwarten, dass die weltweite Nachfrage nach Öl weiterhin schneller wächst als die Produktionskapazität, und das wird vermutlich die Preise mittelfristig weiter nach oben treiben. Das bedeutet reale Einkommensverluste in Ländern wie den USA, wo mit Energie weniger sparsam umgegangen wird als in Europa und sich deswegen ein Preisanstieg stärker auswirkt.

Kommentare (3)

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Profit

27.06.2011, 11:51 Uhr

"Die Menschen haben heute weniger Reserven als früher und können einen höheren Benzinpreis nicht mehr so einfach durch eine höhere Sparquote abfangen und gleichzeitig das übrige Konsumniveau beibehalten." Kann man als Chef-Volkswirt einer großen Bank einen noch größeren Blödsinn erzählen?!

Elektriker_aus_Berlin

27.06.2011, 12:34 Uhr

Ein Banker als Volkswirt,also das ist ein Widerspruch
in sich,aber nein moment,wenn ich in eine Kneipe gehe bekomme ich vom Wirt ein Bier,also eine Droge mit der das Leben mehr Spaß macht,das passt schon.
Es soll aber auch Wirte geben,die tun einem Ko-Tropfen ins
Bier und danach findet man sich mit leeren Taschen auf der
Straße wieder.

Account gelöscht!

12.07.2011, 16:26 Uhr

Hatzius: Voll-Idiot vom Dienst.

GDP Prognosen der letzten 4 Quartale, alle daneben !

OUT & BYE !

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