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09.01.2013

08:56 Uhr

Japanische Aktien

Anleger in Asien hoffen auf Währungsverfall

Investoren an der Börse in Tokio hoffen auf eine lockere Geldpolitik. Das könnte den Yen weiter schwächer und die Aktien der Exporteure in die Höhe treiben.

Mitarbeiter an der Börse in Tokio. AFP

Mitarbeiter an der Börse in Tokio.

TokioAn den asiatischen Aktienmärkten haben die Kurse nach dem Beginn der Berichtssaison am Mittwoch wieder zugelegt. Die Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen der japanischen Notenbank habe den Yen gedrückt und die Stimmung am Markt wieder aufgehellt, sagten Händler.

Mehrere Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Bank von Japan wolle bei ihrer nächsten Sitzung am 21. und 22. Januar ihr Inflationsziel auf zwei Prozent verdoppeln. Zugleich seien weitere Anleihe-Käufe und eine höhere Kreditvergabe geplant.

Aktien: Tops und Flops im Nikkei-Index

Platz 225

Nisshin Steel: - 9,4 Prozent

Platz 224

Kobe Steel: - 6,54 Prozent

Platz 223

Advantest: - 6,16 Prozent

Platz 222

Mitsui OSK Lines: - 6,4 Prozent

Platz 221

Tokuyama: - 6,04 Prozent

Platz 220

T+D Holding: - 5,94 Prozent

Platz 219

Mitsumi El.: - 5,74 Prozent

Platz 218

Nippon Paper: - 5,6 Prozent

Die Folge: Der Yen stoppte nach dem Bericht seine jüngste Aufwärtsbewegung und gab zum Dollar wieder nach, wovon vor allem Exportwerte profitierten. Seit mehr als zwei Jahren fällt die Landeswährung bereits.

Für ein Aufatmen bei Investoren sorgte auch die Rückkehr des US-Aluminiumriesen Alcoa in die schwarzen Zahlen dank kräftiger Einsparungen. Als erstes Schwergewicht eröffnete der für viele Schlüsselindustrien wichtige Aluminiumlieferant traditionell die Berichtssaison und lag mit den nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen im Rahmen der Erwartungen.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Analysten rechnen in den USA überwiegend mit einem Anstieg der Unternehmensergebnisse im Vergleich zum dritten Quartal. Allerdings sind die Prognosen deutlich verhaltener als noch vor drei Monaten.

In Tokio legte der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei um knapp 0,7 Prozent auf 10.578 Punkte zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag 0,3 Prozent im Plus. An den Börsen in Shanghai und Seoul gaben die Kurse allerdings nach.

Tops und Flops: Was Aktien, Anleihen und Rohstoffe brachten

2012: Die Gewinne eines Jahres

Berechnung auf Dollarbasis seit dem 31.12.2011.

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand 7.1.2013

Aktien in Asien

MSCI Asia ex Japan: 25,3 Prozent

Aktien in Schwellenländern

MSCI Emerging Equities: 21,2 Prozent

Hochzinsanleihen

ML Global High Yield Bonds: 20,0 Prozent

Aktien

MSCI Developed Equities: 19,3 Prozent

Anleihen aus Schwellenländern

JPM EMBI Emerging Debt: 19,0 Prozent

Währungsanleihen

JPM Emerging Local Currency Debt: 16,3 Prozent

Japans Währung

Yen je Dollar: 14,4 Prozent

Japanische Aktien

Japan - Nikkei-225-Index: 10,5 Prozent

Kupfer

Kupfer: 6,1 Prozent

Bundesanleihen

Zehnjährige Bundesanleihen: 5,9 Prozent

Gold

Gold: 5,9 Prozent

Rohöl

Rohöl (Brent): 3,7 Prozent

US-Staatsanleihen

Zehnjährige US-Staatsanleihen: 2,7 Prozent

Rohstoffe

CRB Commodities Index: - 3,6 Prozent

Japanische Staatsanleihen

Japan – zehnjährige Staatsanleihen: - 9,8 Prozent

Kaffee, Kakao und Zucker

GSCI Soft Commodities: - 19,6 Prozent

"Es liegt alles eindeutig an der Währung", begründete Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities die Kursgewinne in Tokio. Zu den größten Profiteuren des nachgebenden Yen gehören die Exportunternehmen, weil deren Produkte sich im Ausland verbilligen. So kletterten die Aktien der Autobauer Toyota und Honda um jeweils rund 1,6 Prozent. Der Kurs des Kamera-Herstellers Nikon legte rund ein Prozent zu.

Ein Kursrückgang beim Yen hat der Tokioter Börse am Mittwoch Auftrieb verliehen. Der Yen gab zum Dollar zwar nur 0,3 Prozent nach. Doch wichtiger war: Die Währung knüpfte damit an ihren mehr als zweijährigen Abwärtstrend zum Dollar wieder an. Vor allem Exportwerte profitierten davon, dass die Landeswährung ihren jüngsten Aufwärtstrend stoppte und zum Dollar wieder nachgab.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

"Wenn der der Dollar auf 90 Yen steigt, wird das die Einnahmen der Unternehmen erhöhen", sagte Fumio Matsumoto von T&D Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg in Tokio. "Der heutige Handelstag ist ein erstklassiges Beispiel dafür, wie hochsensibel japanische Aktien auf den Wert des Yen reagieren."

Furukawa-Sky Aluminum legte im 2,5 Prozent zu, nachdem der US-Aluminiumriese Alcoa bessere Zahlen als erwartet vorgelegt hatte. Alcoa gilt als Gradmesser für die Entwicklung der Industrie. Einsparungen haben den Aluminiumriesen Alcoa wieder zurück in die schwarzen Zahlen gebracht. Der Tritt auf die Kostenbremse machte die niedrigen Aluminiumpreise im vierten Quartal wett.

Kommentare (2)

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Machiavelli

09.01.2013, 10:58 Uhr

Liebe Frau Merkel,
Wegen der von der deutsch-französischen Achse entworfen und den anderen Mitgliedern diktierte EU- und Euroverträge, war der Euro von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Diese Verträge haben in keiner Weise die Grundunterschiede der einzelnen EU-Länder berücksichtigt, und zwar mit Absicht . Dadurch war es leichtes Spiel, vor allem für Deutschland aber auch im geringeren Maßen für Frankreich, die schwächere EU-Länder über den Export und den Leistungsbilanzüberschuss auszusaugen. Die Gewinne die dadurch, vor allem deutsche Firmen, in diesen Länder erzielt haben wurden meistens nicht in diesen Länder reinvestiert sonder in Nichteuro-Länder, daher die hohe Arbeitslosigkeit, Leistungsbilanzdefizite und auch z.T. Die Haushaltsdefizite in den schwächeren Euro-Ländern, da die Steuereinnahme auf Löhne und Körperschaftsteuer größtenteils ausgefallen sind.
Durch ein EU-Finanzministerium (ähnlich dem Bundesfinanzministerium in Deutschland) hätte man diesen Konstruktionsfehler abfedern können.
Dies wurde aber absichtlich unterlassen, wir stehen jetzt vor den Scherben des Konstruktes EU und Währungsunion. Der Zusammenbruch ist nur eine Frage der Zeit.
Durch eine zweistufige MwSt., z.Bsp. 15% auf lokale Produkte und 25% auf Importprodukte, könnte versucht werden das zu retten was noch zu retten gibt. Dadurch würden Konzerne (auch chinesische, nicht nur deutsche) dazu motiviert in die Länder zu investieren in die sie traditionell exportieren. Dies würde sich positiv sowohl auf die Arbeitslosigkeit in diesen Ländern auswirken als auch auf deren Haushaltsdefizite.
Sie würden so in die Geschichte eingehen und zwar als die Retterin und nicht als die Zerstörerin der EU
Gruß aus de Abruzzen

steuermichl

09.01.2013, 13:00 Uhr

Zitat:#
"Seit mehr als 2 Jahren fällt die Landeswährung bereits."
Fehler - bitte korrigieren:
EUR/YEN und USD/Yen fallen bereits seit zwei Jahren, der Yen aber als Währung steigt im Wert !

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