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06.02.2013

18:26 Uhr

Jim O'Neill

Goldmans „Rockstar“ tritt ab

VonJörg Hackhausen, Michael Maisch

Er ist eine der prominentesten Figuren der Finanzwelt: Jim O'Neill. Der Stratege von Goldman Sachs machte sich einen Namen als Erfinder der BRIC-Staaten. Nun verlässt er die Bank. Sein Abgang wirft viele Fragen auf.

Jim O'Neill, Ökonom bei Goldman Sachs, wird sich eine neue Aufgabe suchen. O'Neill hat nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die BRIC-Strategie erfunden. Reuters

Jim O'Neill, Ökonom bei Goldman Sachs, wird sich eine neue Aufgabe suchen. O'Neill hat nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die BRIC-Strategie erfunden.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Und wer Jim O’Neill sagt, der muss auch BRIC sagen. Der Name O’Neill ist untrennbar verbunden mit dem wohl berühmtesten Akronym der Finanzwelt. Jetzt tritt der Chef der Vermögensverwaltung von Goldman Sachs ab. „Er hat entschieden, sich bis Jahresende zurückziehen“, hieß es in einer Mitteilung der Bank. Einen Grund nannte Goldman nicht, umso mehr wird nun über den Abgang spekuliert.

Nach einem Bericht der Financial Times (FT) soll O’Neill mit seiner Rolle im Konzern unzufrieden gewesen sein. Doch es gibt auch eine andere Lesart: Nach vielen Jahren im Geschäft hat der Star-Analyst vielleicht einfach nur Lust, etwas Neues auszuprobieren.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Jim O’Neill (55) kam 1995 als Partner zu Goldman Sachs, im Jahr 2001 wurde er Chefvolkswirt. In dem Jahr verwendete er in einer Studie erstmals das Kürzel „BRIC“. Es steht für die Anfangsbuchstaben der vier Schwellenländer: Brasilien, Russland, Indien und China. Schon früh machte O’Neill auf die wachsende Bedeutung der aufstrebenden Volkswirtschaften hin. Er stellte die These auf, dass China die USA als größte Volkswirtschaft der Welt überholen wird – damals, kurz nach dem 11. September, war das noch aufsehenerregend, heute ist es Allgemeingut.

Später ergänzte der hagere Banker mit dem scharf geschnittenen Gesicht eine weitere Idee: die „Next Eleven“. Darunter fasste O’Neill die nächsten elf Wachstumsmärkte zusammen, die eines Tages den Durchbruch schaffen könnten: Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Südkorea, Türkei und Vietnam.

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Im Jahr 2010 wechselte O’Neill an die Spitze von Goldman Sachs Asset Management (GSAM), der Sparte für Vermögensverwaltung. Der Posten des „Chairman“ wurde extra für ihn geschaffen, letztlich handelte es sich dabei um eine Art obersten Botschafter, der die Investment-Strategie vorgibt, um die Welt reist, Vorträge hält und Kunden gewinnt. Um das operative Geschäft musste sich O’Neill weniger kümmern – im Grunde hatte er also einen sehr beneidenswerten Job, auch wenn manche Beobachter damals rätselten, ob der neue Posten wirklich eine Beförderung darstellte, oder ob dabei andere Gründe eine Rolle für die Versetzung spielten. An seine Stelle in der volkswirtschaftlichen Analyse bei Goldman rückten der Deutsche Jan Hatzius und Dominic Wilson.

Die Financial Times berichtete, dass „Frustration“ ein Grund für den Ausstieg sein könnte. O’Neill habe verschiedene Ideen nicht durchsetzen können, so die Zeitung. Seit der Finanzkrise hat Goldman Sachs Asset Management Kundengelder verloren, im Jahr 2007 verwaltete die Gesellschaft laut FT noch 868 Milliarden Dollar, zuletzt waren es noch 821 Milliarden Dollar. In der Amtszeit von O’Neill hielten sich Verluste aber in Grenzen.

Kommentare (10)

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Brasil

06.02.2013, 18:44 Uhr

Goldmaenner kennen nur EINE Welt mit zwei Abteilungen "Drinnen" und "Draussen"! Alles ist GG Verrichten auch "Gottes Werk"!
Vielleicht trifft man ihn ja bald als GS-Abgesandten deutschen Kanzler!

Republikaner

06.02.2013, 18:54 Uhr

Er wird einer der nächsten führenden Notenbankchefs auf irgendeinenm Kontinent, der noch nicht zum GS Imperium gehört.
P.S. Draghi: was hier abgeht um die Monte Dei Siena Bank ist Mafia pur! Deuropa ist ist eien einzige Irrenanstalt geworden, in der niemand mehr für igend etwas Verantwortung trägt. Beenden - und zwar sofort!!!

VICTOR_KRUGER

06.02.2013, 19:26 Uhr

Die Terroranschläge vom 11. September 2011 - haben
wir etwas verpasst?

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