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18.03.2013

14:41 Uhr

Jim O'Neill

„Wir brauchen irrwitziges Wachstum“

Sind die Rekorde an den Börsen gerechtfertigt? Nur wenn die Wirtschaft „in einem irrwitzig starken Tempo wächst“, meint Jim O’Neill von Goldman Sachs AM. Doch das ist im Moment nicht in Sicht.

Jim O'Neill, Goldman Sachs Asset Management, machte sich einen Namen als Erfinder der BRIC-Staaten. dpa

Jim O'Neill, Goldman Sachs Asset Management, machte sich einen Namen als Erfinder der BRIC-Staaten.

Das Wirtschaftswachstum der USA muss sich auf ein „irrwitziges“ Tempo beschleunigen, um ein Vordringen des Standard & Poor's 500 Index über die Marke von 1.600 Punkten zu rechtfertigen. Diese Auffassung vertritt Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management.

Am vergangenen Donnerstag war der breite US-Leitindex bis auf zwei Punkte an sein Allzeithoch herangekommen. Am Freitag schloss er bei 1560,70 Punkten - das entsprach einem Minus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vortag. Für den bisherigen Verlauf des Jahres kommt der S&P-500 auf ein Plus von 9,4 Prozent. Der nur 30 Werte umfassende Dow-Jones-Index hatte vor wenigen Tagen bereits ein neues Allzeithoch erreicht.

Jim O'Neill - der einst den Begriff BRIC geprägt hatte, um das Aufstreben von Brasilien, Russland, Indien und China zu beschrieben - sieht den S&P-500 am Ende dieses Jahres bei einem Stand von 1575 Punkten.

Analysten prognostizieren, dass die US-Wirtschaft - die größte der Welt - in diesem Jahr um 1,9 Prozent und im kommenden Jahr um 2,7 Prozent wachsen wird.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

„Um einen Stand von über 1600 Punkten beim S&P-500 zu rechtfertigen, müssen wir Wachstumserwartungen von vier Prozent und darüber sehen“, sagte O'Neill in einem Interview mit Bloomberg News in Singapur. „Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst“.

Jim O'Neill: Goldmans „Rockstar“ tritt ab

Jim O'Neill

Goldmans „Rockstar“ tritt ab

Der Stratege von Goldman Sachs machte sich einen Namen als Erfinder der BRIC-Staaten.

Der S&P-500, der sich seit seinem Tief im Jahr 2009 mehr als verdoppelt hat, wird sich laut O'Neill in einer Spanne von 1.500 und 1.600 Punkten bewegen - eine zeitlichen Eingrenzung nahm er dabei jedoch nicht vor. Der 55-Jährige wird in sich in diesem Jahr nach rund 18 Jahren bei der Investmentbank in New York von seinem Posten zurückziehen.

O'Neill hatte den Begriff BRIC erstmals in einer Studie aus dem Jahr 2001 geprägt. Er prognostizierte darin, dass Brasilien, Russland, Indien und China einen größeren Anteil am weltweiten Wirtschaftswachstum haben werden.

Kommentare (3)

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Prof._Hankel

18.03.2013, 15:16 Uhr

Banken sind nichts anderes als Schulden-Vermehrer, die kein anderes Ziel haben, als das weltweite Zins- u. Schulden-Karussell aus Motiven der Habgier und zum Zwecke des Profits immer schneller zu drehen – bis die unfreiwilligen Mitfahrer, die Schuldner, heruntergeschleudert werden, um im Bild zu bleiben. Das ist dann der Bankrott und die „feindliche Übernahme“ (Privatisierung) ganzer Nationen durch die privaten Banken-Kartelle.


Und nur aus diesem einem Grund stehen alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang:

Ohne die künstliche Steigerung der Geldmenge ließe sich der (nur für die Banken) profitable Schuldendienst nicht aufrechterhalten, und ohne die dadurch erforderliche und erzwungene Steigerung der Güterproduktion und der Dienstleistungen hätte die künstliche Aufblähung des Geldvolumens schon jetzt zum totalen Wirtschafts-Zusammenbruch geführt. Aber der ist natürlich nur eine Frage der Zeit und steht nun unmittelbar bevor

Manupilation

18.03.2013, 17:38 Uhr

Häh? Wo lebt der denn? Der DAX ist heute nur halb soviel Wert wie im Jahre 2000, ohne dass es einen wirklichen Wirtschafteinbruch gab. Man schaue sich nur die Dividendenzahlungen dieser Unternehmen an!

Ohweiohweiohwei

18.03.2013, 18:56 Uhr

Aktienkurse, Gold und Silberkurse werden innerhalb weniger Sekunden von Großbanken nach oben oder unten manipuliert werden. Wer anderes glaubt ist naiv. Bei schlechten Nachrichten werden die Aktienmärkte stabilisiert damit keiner verkauft und bei passender Gelegenheit wird mit einem kurzfristigem Aktiencrash von den Großbanken das Geld von den dummen Klein und Großanlegern eingesammelt. So einfach ist die Börse wenn man weiß wie sie funktioniert.

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