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05.06.2012

21:48 Uhr

Josef Ackermann

„Ich bin gegen Euro-Bonds“

Seit Wochen wird heftig über Euro-Bonds diskutiert. Der ehemalige Deutsche Bank-Chef Ackermann ist dagegen. Gemeinsame Anleihen würden den Druck auf die Krisenländer mildern, sagt er. Und das wäre falsch.

Josef Ackermann ist ehemaliger Chef der Deutschen Bank. dpa

Josef Ackermann ist ehemaliger Chef der Deutschen Bank.

Josef Ackermann, der frühere Chef der Deutsche Bank AG, hat sich in einem Interview mit Bloomberg News gegen die Einführung von so genannten Euroland-Bonds in der Region gestellt.

Von Ländern gemeinsam begebene Anleihen würden Deutschland seiner Meinung nach dazu zwingen, die Finanzierungs-Belastungen anderer Staaten zu übernehmen und gleichzeitig den Druck auf andere Euro-Länder mildern, Veränderungen als Folge der Krise vorzunehmen.

„Ich bin gegen Euro-Bonds“, sagte Ackermann in einem englischsprachigen Interview in Washington. „Falls wir es genau jetzt machen würden, dann würde Deutschland vielleicht bis zu 27 Prozent der Finanzierungen garantieren“ und „das würde bedeuten, dass vielleicht der Druck auf andere Länder, die notwendigen Reformen durchzuführen, weggenommen werden würde und das wäre falsch.“

Die Diskussion um die Einführung von Euro-Anleihen tobt seit Wochen. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Idee kategorisch zurückgewiesen.

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„Die Menschen in Deutschland würden (Euro-Bonds) nicht unterstützen. Und zweitens gibt es auch verfassungsrechtliche Grenzen, um so etwas durchzuführen“, sagte Ackermann, der inzwischen Verwaltungsrats-Präsident beim Schweizer Versicherer Zurich Insurance Group AG ist.

Kommentare (19)

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Idiots_for_Eurobombs

05.06.2012, 23:54 Uhr

Niemand, der auch nur einen Hauch von wirtschaftlichem Grundwissen hat, befürwortet die Fortführung der Transferunion, und Ackermann gehört zu den frühen Mahnern und hat dafür von den linkslastigen deutschen Medien heftig Prügel bezogen. Ich kann mich noch gut an ein Interview mit ihm erinnern, in dem er sagte, das reformunwillige Griechenland sei nicht zu retten, und alle Unterstützungsgelder seien verbrannte Gelder, weil sie in die falschen Taschen fließen. Und er hat einen Topjob gemacht und die DB so vorzüglich durch alle Stürme gesteuert, dass die DB zu den wenigen Banken gehört, die keine Steuergelder verbrannt hat. Und wie hat man's ihm gelohnt? Mit weiteren Hetzkampagnen. Zum Glück muss er jetzt keine Rücksichten mehr auf die Politik nehmen und kann offener sagen, was er denkt. Für ein ausführliches Interview mit ihm zu möglichen Lösungsmöglichkeiten im HB wäre ich sehr dankbar.

so_what

06.06.2012, 04:34 Uhr

Naja, in dieser Sicht der Dinge liegt er wirklich richtig.


Nur, eine reine Weste hat die Deutsche Bank unter seiner Führung nun wahrlich nicht, hat diese doch auch maßgeblich an der Verteilung der Schrott-Verbriefungen aus USA mitgewirkt (Klagen von dort stehen an)

Und Tricks haben die auch aktuell ganz schön drauf:

Die Deutsche Bank hat sich Medienberichten zufolge 9 Milliarden Euro von der EZB über ihre ausländischen Tochtergesellschaften in Spanien und Italien besorgt.

Wie unter anderem die „Welt“ und Bloomberg am Montagabend berichteten, zeigten Jahresberichte der Deutschen Bank SA Espanola und der Deutschen Bank SpA, dass einige Milliarden aus der zweiten Tranche des langfristigen Refinanzierungsgeschäfts (LTRO) nach Frankfurt flossen.

Zuvor hatte der Dax-Konzern erklärt, lediglich eine kleine Summe aufgenommen zu haben. Doch nun kommt heraus, dass von der spanischen Tochter 5,5 Milliarden und von der italienischen Tochter 3,5 Milliarden aus dem Dreijahrestender der deutschen Mutter zu Gute kamen.

Was sagte gestern Seehofer im Bayern-TV:

Der Austritt Griechenlands muß möglich sein.
Und: er trete für mehr Mitwirkung der Bürger ein, auch für Volksbefragungen.

Hallo, tritt da jemand gegen Schäuble an?

Dann auch bitte über den ESM und die totale Fiskalunion abstimmen lassen, das wäre konsequent.

Machiavelli

06.06.2012, 05:12 Uhr

Wirkung und Ursache können leicht verwechselt werden.
Es ist offensichtlich dass bei einer Verzinsung von 6% bis 7% oder mehr, Länder die jetzt schon eine schwache Wirtschaft haben, gerade wegen der enormen Zinsbelastung, kaum eine Chance haben aus der Schuldenfalle raus zukommen.
Das ist eine Feststellung und jeder halbwegs in Mathematik gewanderter Mensch wird es zugeben.
Was nutzt "Druck" wenn die Tube leer ist.
Berufsbedingt hat er viel Geld mit Staatsanleihen verdient, daher seine einseitige Kurzsichtigkeit.
Zumutbare Haushaltedisziplin muss, darf und kann nur durch Kontrolle und nicht durch Kapitalentzug erreicht werden.
Er Ackermann ist, denke ich, kein Idiot aber entweder Berufsbedingt unfähig das Problem zu erkennen oder seine Aussage ist ihm aus der deutsch-nationale Ecke diktiert worden, . (Perversität und Sadismus möchte ich bei Ihm ausschließen).
Was nutzt "Druck" wenn die Tube leer ist.
Herr Hackermann wird sich ab und zu auch die Zähen putzen ergo sollte er dies auch wissen.
Als Bankster, hat er viel Geld mit Staatsanleihen verdient, daher seine Kurzsichtigkeit.
Zumutbare Haushaltdiszipline muss und darf nur durch Kontrolle und nicht durch Kapitalentzug erreicht werden.
Er Hackermann ist entweder ein Idiot oder Berufsbedingt unfähig das Problem zu erkennen. (Perversität und Sdismus möchte ich bei Ihm ausschließen).

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