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11.01.2005

08:29 Uhr

Jumbo-Pfandbrief der DG Hyp deutlich überzeichnet

Telekom steht mit Mega-Bond in den Startlöchern

VonAndrea Cünnen

Die Deutsche Telekom schlägt in dieser Woche am Bondmarkt nach langer Zeit wieder richtig zu. Am Montag vergab sie das Mandat für eine Anleihe über mindestens drei Mrd. Euro an BNP Paribas, JP Morgan und UBS.

FRANKFURT/M. Nach Angaben der Konsortialführer liefen dafür bereits gestern die ersten Kaufaufträge ein, obwohl es Hinweise zur Rendite erst heute gibt.

Besonders große Nachfrage zeichne sich schon jetzt nach der zehnjährigen Tranche ab, hieß es in Konsortialkreisen. Daneben will die Telekom noch eine fünfjährige Tranche platzieren. Beide Tranchen sollen einen festen Zinsschein haben. Die Anleihe werde die Netto-Verschuldung der Telekom nicht erhöhen, erklärte der Bonner Konzern und deutete an, dass er auch mehr als drei Mrd. Euro aufnehmen wolle. Die Obergrenze liege bei vier Mrd. Euro. Der Bond wird auch bei drei Mrd. Euro die größte Euro-Emission am Markt für Industrieanleihen seit zehn Monaten sein.

Die Telekom selbst hatte sich in den vergangenen beiden Jahren am Bondmarkt zurückgehalten. Ende 2004 kam sie mit zwei variabel verzinsten Bonds über je 500 Mill. Euro an den Markt, 2003 begab sie in der europäischen Einheitswährung zwei festverzinsliche Bonds über 500 Mill. bzw. eine Mrd. Euro. Für dieses Jahr hatte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick im November angekündigt, einen Teil der auslaufenden Bonds über gut acht Mrd. Euro am Markt zu refinanzieren. Der Zeitpunkt dafür ist günstig. Die Renditen von Unternehmensanleihen und auch der Telekom sind deutlich gesunken, was für die Firmen heißt, dass sie sich günstig über neue Bonds refinanzieren können.

Die Deutsche Telekom ist – trotz der Zurückhaltung in den vergangenen beiden Jahren – einer der großen Emittenten am Bondmarkt. Im Jahr 2000 hatte sie mit einer Anleihe über insgesamt 14,6 Mrd. Euro die bis dahin größte Unternehmensanleihe aller Zeiten begeben. In den beiden Folgejahren sorgte sie mit Bonds über acht bzw. fünf Mrd. Euro für Aufsehen. Seitdem treibt sie ihren Schuldenabbau voran. Bis Ende Oktober 2004 senkte sie ihre Nettoschulden auf 39,9 Mrd. Euro.

Auch abseits der geplanten Telekom-Anleihe war der Bond-Primärmarkt in Bewegung. Den ersten Jumbo-Pfandbrief des Jahres begab die DG Hyp. Am Nachmittag war das mit Staatskrediten gedeckte siebenjährige Papier über zwei Mrd. Euro nach Angaben der Konsortialführer Barclays Capital, DZ Bank, Hypo-Vereinsbank und WestLB bereits in etwa doppelt überzeichnet. Mit Blick auf weitere asiatische Investoren würden die Auftragsbücher erst heute geschlossen.

Daneben begab die Hypo Real Estate Bank International eine dreijährige Anleihe über 1,25 Mrd. Euro und damit in größerem Volumen als erwartet. Recht gut lief dem Vernehmen nach auch der Verkauf der zehnjährigen, 1,5 Mrd. Euro schweren Anleihe des Landes Baden-Württemberg an. Am Morgen hatte das Land Berlin eine siebenjährige Anleihe über 500 Mill. Euro platziert. Unter den Schwellenländern kündigte Polen die Emission einer 15-Jährigen Anleihe über 1,5 Mrd.Euro an. Der niederländische Medienkonzern VNU will Bonds zurückkaufen.

Im Handel mit europäischen Staatsanleihen setzte sich – ohne große Impulse – der positive Trend fort. Der Terminkontrakt Bund-Future gewann 0,14 Prozentpunkte auf 119,33 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank marginal auf 3,60 Prozent. In den USA stieg dagegen die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe leicht auf 4,28 Prozent.

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