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30.09.2014

09:53 Uhr

Kabelgesellschaft

Tele Columbus strebt an die Börse

Die Kabelgesellschaft Tele Columbus will an die Börse und damit mindestens 300 Millionen Euro einnehmen. Der Börsengang soll dem Berliner Unternehmen unter anderem beim Schuldenabbau helfen.

Tele Columbus sieht sich als Nummer drei unter den Kabelanbietern in Deutschland. Imago

Tele Columbus sieht sich als Nummer drei unter den Kabelanbietern in Deutschland.

FrankfurtDer Berliner Kabelanbieter Tele Columbus nimmt Kurs auf die Frankfurter Börse. Das Unternehmen kündigte am Dienstag an, es wolle mit einem Börsengang noch in diesem Jahr mindestens 300 Millionen Euro einnehmen. Einen Teil des Erlöses aus einer Kapitalerhöhung will Tele Columbus für den Abbau seiner Schulden verwenden. Daneben wollen auch die bisherigen Eigentümer des drittgrößten deutschen Kabelnetz-Betreibers – allen voran verschiedene Hedgefonds – Anteile abgeben.

Mit 1,7 Millionen angeschlossenen Haushalten sieht sich Tele Columbus als Nummer drei unter den Kabelanbietern in Deutschland nach UnityMedia (Liberty Global) und Kabel Deutschland (KDG). "Als künftig börsennotierter Kabelnetzbetreiber mit starker Präsenz in Ostdeutschland will Tele Columbus sein Wachstumstempo und seine Profitabilität in den kommenden Jahren deutlich erhöhen", erklärte das Unternehmen. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz um 3,6 Prozent auf 107 Millionen Euro gestiegen, das bereinigte operative Ergebnis (normalisiertes EBITDA) um 11,6 Prozent auf 48,8 Millionen Euro.

Tele Columbus hatte zuletzt noch rund 550 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Im Zuge des Börsengangs soll erneut eine neue Finanzierung mit deutlich geringeren Zinsen auf die Beine gestellt werden. Ziel sei es, die Schulden auf das 3,5-fache des operativen Gewinns zu drücken – das wären gut 300 Millionen Euro.

Von der offiziellen Ankündigung des Börsengangs bis zur Erstnotiz dauert es in der Regel vier Wochen. Finanzkreisen zufolge soll rund die Hälfte der Tele-Columbus-Anteile an der Börse notiert sein. An die Börse begleitet wird Tele Columbus federführend von den Investmentbanken Goldman Sachs und J.P. Morgan.

Für die Eigentümer ist es der zweite Versuch, sich von dem Unternehmen zu trennen. Ein Verkauf an den Marktführer KDG für gut 600 Millionen Euro war am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Zuletzt wurde auch der Deutschen Telekom ein Interesse an Tele Columbus nachgesagt.

Tele Columbus wäre nach dem Autozulieferer Stabilus und dem Dachpfannen-Hersteller Braas Monier der dritte Börsenneuling dieses Jahres in Deutschland, der einige Jahre zuvor durch die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital saniert wurde. Tele Columbus gehört dadurch seit 2009 seinen ehemaligen Gläubigern. Allen drei Unternehmen waren von Finanzinvestoren zuvor so viele Schulden aufgeladen worden, dass diese am Ende den Schlüssel abgeben mussten.

Von

rtr

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