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20.08.2013

13:44 Uhr

Kali-Konzern K+S

Dax-Rausschmiss ist nicht vom Tisch

Die enormen Kursverloste der vergangenen Wochen bringen K+S ins Wanken. Ein Ausscheiden aus dem Dax ist weiterhin möglich. Potenzielle Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern.

Nachfolger für K+S könnte im Dax die Metro werden. dpa

Nachfolger für K+S könnte im Dax die Metro werden.

FrankfurtNach dem Kurssturz des vergangenen Monats ist die Zukunft von K+S im Dax weiter ungewiss. Es werde knapp, sagte Klaus Stabel, Index-Experte des Brokerhauses ICF. Er sieht Metro als aussichtsreichsten Ersatz für den Düngemittel-Hersteller. Kabel Deutschland liege zwar beim wichtigen Kriterium Marktkapitalisierung des Streubesitzes vorn. Angesichts des laufenden Übernahmeangebots von Vodafone werde sich der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse aber bei seiner bevorstehenden Sitzung am 4. September voraussichtlich gegen eine Aufnahme in den deutschen Leitindex aussprechen.

Brenntag habe gemessen am Börsenwert zwar ebenfalls Chancen für einen Aufstieg, werde voraussichtlich aber am zweiten Kriterium - den Aktienumsätzen - scheitern, schrieb LBBW-Analyst Uwe Streich in einem Kommentar. Die Zusammenlegung der Stamm- und Vorzugsaktien bei ProSieben verbessere den Tabellenplatz der TV-Senderkette nicht, fügte er hinzu. Zwar verdoppele sich die Zahl der Aktien, gleichzeitig halbiere sich aber der Streubesitz, da die Stämme weiter bei Finanzinvestoren lägen.

Fakten zum Dax

Fakt 1

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Fakt 2

Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Fakt 3

Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Fakt 4

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Fakt 5

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Fakt 6

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Fakt 7

Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.

Fakt 8

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.

Fakt 9

Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.

Im Nebenwerte-Index MDax stehen Börsianern zufolge Puma und Baywa auf den Abstiegsrängen. Ihre Plätze könnten RTL und Evonik einnehmen. Sollte Deutsche Wohnen mit ihrer Offerte für GSW Erfolg haben, könnten Kion oder Deutz nachrücken. Die Börsenneulinge Kion und Deutsche Annington sollten es auf jeden Fall in den SDax schaffen, betonte LBBW-Experte Streich.

Der Abschied der insolventen Baumarktkette Praktiker aus dem Kleinwerte-Index stehe fest, fügte er hinzu. Wackelkandidaten seien außerdem SKW Stahl Hornbach Holding und MVV Energie. Die beiden letzteren litten unter mangelnden Börsenumsätzen.

Im Technologie-Index TecDax sei der Einzug des Börsenneulings Osram so gut wie ausgemacht, auch wenn der Leuchten-Hersteller lieber in dem MDax wäre, sagte ICF-Analyst Stabel. „Aber besser im TecDax als in keinem Index.“ Für Osram werde wohl Euromicron seinen Platz räumen müssen.

Von

rtr

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