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20.11.2013

14:16 Uhr

Kapitalmärkte

Portugal kommt günstiger an frisches Geld

Eine Milliarde Euro für Portugal: Für frisches Kapital musste das Eurokrisenland weniger Zinsen versprechen als zuletzt. Neben der positiven Konjunkturaussicht gilt ein Ratingurteil als Ursache.

Bauarbeiten am Euro: Portugal will den Rettungsschirm 2014 verlassen, die Zinsen sinken jetzt schon. dpa

Bauarbeiten am Euro: Portugal will den Rettungsschirm 2014 verlassen, die Zinsen sinken jetzt schon.

LissabonPortugal gewinnt zunehmend Vertrauen bei Investoren zurück und kann sich günstig verschulden. Die Emission von kurzfristigen Anleihen spülte am Mittwoch eine Milliarde Euro in die Staatskasse. Das Euro-Krisenland konnte dabei Anleger mit niedrigeren Zinsen ködern als zuletzt.

Die durchschnittliche Rendite bei Papieren mit drei Monaten Laufzeit fiel auf 1,08 von 1,16 Prozent bei einer vorigen Emission. Bei Zwölf-Monats-Bonds sank der Wert auf 1,49 von 1,62 Prozent. „Die Auktion verlief recht gut“, sagte Orlando Green, Anleihen-Stratege bei der französischen Bank Credit Agricole.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Neben den positiven Konjunktursignalen habe dazu beigetragen, dass die Rating-Agentur Moody's vor kurzem ihren Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes von „negativ“ auf „stabil“ angehoben habe.

Portugal will Mitte 2014 das Rettungsprogramm seiner Euro-Partner in Höhe von 78 Milliarden Euro hinter sich lassen und finanziell wieder auf eigenen Füßen stehen. Der Weg dorthin sei aber noch weit und die Rückkehr zum Kapitalmarkt steinig, sagte Analyst Filipe Silva von der portugiesischen Banco Carregosa.

Von

rtr

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