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06.11.2012

11:36 Uhr

Kapitalmarkt angezapft

Volkswagen beschafft sich Milliarden

VW hat viel Geld ausgegeben - und besorgt sich nun Milliarden über eine Wandelanleihe am Kapitalmarkt. Die Verlierer könnten die Aktionäre sein. Der Kurs der VW-Aktie fällt kräftig.

VW verspricht mit seiner Pflichtwandelanleihe eine maximale Prämie von 20 Prozent. dapd

VW verspricht mit seiner Pflichtwandelanleihe eine maximale Prämie von 20 Prozent.

FrankfurtNach hohen Ausgaben für den Kauf von Porsche und Ducati hat sich Volkswagen frisches Geld verschafft. Der Autobauer platzierte seine am Vorabend angekündigte Pflichtwandelanleihe bei Investoren und nimmt damit 2,5 Milliarden Euro ein.

VW teilte am Dienstag mit, die zu 100 Prozent begebene Anleihe mit Laufzeit bis 2015 habe einen Kupon von 5,50 Prozent. Sie werde in neuen VW-Vorzugsaktien zurückgezahlt, dabei sei eine Spanne von 154,50 Euro bis 185,40 Euro für den Wandlungskurs festgelegt worden. Das entspreche einer maximalen Wandlungsprämie von 20 Prozent.

Die Pflichtwandelanleihe wird am Ende der Laufzeit in VW-Vorzugsaktien umgetauscht werden. Dadurch erhöht sich die Zahl der Aktien, was den Gewinn pro Aktie belasten kann. Das scheint den Aktionären von VW zu gefallen. Der Kurs der VW-Aktie gab um fast vier Prozent nach und machte VW zum Schlusslicht im Dax.

Mit der Wandelanleihe will der Autohersteller seine Eigenkapitalbasis stärken und mehr Nettoliquidität bekommen, um sein globales Wachstum voranzutreiben. Zuletzt waren die flüssigen Mittel deutlich gesunken: Ende September meldete VW 9,2 Milliarden Euro, Ende März waren es noch 15,8 Milliarden Euro. Allein der restliche Porsche-Anteil hatte 4,5 Milliarden Euro gekostet, beim Motorradhersteller Ducati waren es 700 Millionen Euro.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

"Für unser künftiges globales Wachstum und die konsequente Umsetzung unserer Strategie 2018 wollen wir uns noch robuster und flexibler aufstellen und mit der geplanten Wandelanleihe unsere Liquiditäts- und Kapitalbasis weiter stärken“, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

VW steckt in einer Zeit hoher Investitionen: Die Werke werden umgekrempelt, um in Zukunft Autos auf der Basis des Modularen Querbaukastens herstellen zu können. Mit diesem Plattformkonzept für quer eingebaute Motoren will der Konzern langfristig Milliardenbeträge über vereinfachte Konstruktion und Herstellung sparen. Zunächst fordert die neue Technik aber Investitionen.

Dazu kommt der für 2013 angekündigte Start der Elektroautos aus dem größten Autokonzern Europas. Experten gehen davon aus, dass mit Elektrofahrzeugen über Jahre kein Geld verdient wird, sondern auch hier eine lange Investitionsphase wartet.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

06.11.2012, 14:11 Uhr

"Dadurch erhöht sich die Zahl der Aktien, was den Gewinn pro Aktie belasten kann. Das scheint den Aktionären von VW zu gefallen. Der Kurs der VW-Aktie gab um fast vier Prozent nach und machte VW zum Schlusslicht im Dax."

Müsste es dann nicht folglich heißen: "Das scheint den Aktionären von VW NICHT zu gefallen."

Das würde deutlich mehr Sinn ergeben.

Account gelöscht!

06.11.2012, 15:19 Uhr

VW sollte mal seine USA Tochter,insbesondere den Vertrieb, in Marsch setzen.Dort warten hunderte Händler auf eine neue Geschäftsbasis ,da sich Suzuki vom dortigen PKW Markt zurückzieht.

Account gelöscht!

07.11.2012, 09:32 Uhr

Vollkommen richtig erkannt, vielleicht ändert Suzuki seine Meinung über eine Kooperation mit VW. Und wenn Fiat nicht mehr auf die Beine kommt, dann fällt AlfaRomeo doch noch in Piech´s Hände, das Geld haben die dort schon auf der Seite liegen!

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