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15.07.2014

14:28 Uhr

Kapitalmarkt

Athen leiht sich erneut Geld

Griechenland besorgt sich erneut über eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt, um Löcher im Haushalt zu stopfen. Das war auch dringend nötig: Denn die Ausgabe einer Staatsanleihe brachte weniger ein als zunächst erwartet.

Athen leiht sich erneut Geld und will die Löcher im Haushalt stopfen. dpa

Athen leiht sich erneut Geld und will die Löcher im Haushalt stopfen.

AthenDas schuldengeplagte Griechenland hat sich am Dienstag erneut kurzfristig 1,625 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt. Für die dreimonatigen Papiere belief sich der Zinssatz auf 1,75 Prozent. Das ist leicht niedriger als im Vormonat (1,80 Prozent), wie die Schuldenagentur PDMA am Dienstag mitteilte.

Unter Athener Finanzexperten herrschte Erleichterung. Finanzturbulenzen in Portugal hatten vor ein paar Tagen einen wichtigen Auftritt Griechenlands am Anleihemarkt verhagelt. Der zweite Verkauf von Staatsanleihen mit einer freijährigen Lauffrist seit der Beinahe-Pleite im Jahre 2010 hatte deutlich weniger Geld in die Staatskasse gespült als erwartet. Die Auktion brachte nur 1,5 Milliarden Euro ein. Griechenland musste zudem mit einer Rendite von 3,5 Prozent überraschend hohe Zinsen bieten. In Athen rechnete man mit etwa drei Milliarden Euro zu drei Prozent Zinsen.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Im April hatte sich Athen erstmals wieder Kapital bei privaten Investoren mit einer längeren Laufzeit beschafft. Athen sammelte damals mit einer Staatsanleihe über eine Laufzeit von fünf Jahren drei Milliarden Euro ein.

Von

dpa

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