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10.03.2011

15:15 Uhr

Kapitalvernichter

Anlegerschützer brandmarken deutsche Banken

VonJörg Hackhausen

Die DSW prangert die größten Wertvernichter auf dem deutschen Aktienmarkt an. Auf der "Schwarzen Liste" findet sich neben alten Bekannten und einstigen Überfliegern auch Deutschlands größte Bank.

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt: Anlegerschützer kritisieren die schwache Kursentwicklung. Quelle: Reuters

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt: Anlegerschützer kritisieren die schwache Kursentwicklung.

FrankfurtSelten war es so leicht, an der Börse Geld zu verdienen wie im vergangenen Jahr. Die meisten deutschen Aktien verzeichneten ordentliche Gewinne. Umso mehr fallen Unternehmen auf, die ihre Aktionäre enttäuscht haben. „Selbst in diesem wirklich sehr positiven Gesamtumfeld gibt es Unternehmen, die negativ herausragen“, sagt Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Dazu zählen für ihn auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Die DSW stellt einmal im Jahr ihre „Watchlist“ vor, eine Liste mit den 50 größten Kapitalvernichtern auf dem deutschen Aktienmarkt vor. Analysiert wurden 285 Unternehmen, die seit mindestens fünf Jahren im Prime Standard der Deutschen Börse notiert sind. Dabei orientieren sich die Anlegerschützer allein an der Entwicklung des Aktienkurses. Um kurzfristigen Schwankungen nicht zu viel Gewicht zu geben, gehen die vergangenen fünf Jahre in die Betrachtung ein.

Für die DSW ist klar: Wer es auf die Liste schafft, steht dort nicht wegen eines einmaligen Ausrutschers. „Diese schwarzen Schafe haben nicht nur unter den Belastungen von außen zu leiden. Vielmehr treffen die Manager dieser Firmen offensichtlich häufiger die falschen Entscheidungen“, erklärt Hocker. Das Ergebnis dieser Misswirtschaft sei für die Aktionäre „schlicht und ergreifend ein Desaster“

Den ersten Platz der „Watchlist 2011“ belegt das Solarunternehmen Solon. Die Firma aus Berlin zählt zu den Pionieren der Solarindustrie. Für Anleger fällt die Bilanz allerdings enttäuschend aus: Wer vor fünf Jahren 1000 Euro in die Aktie steckte, dem bleiben heute nur noch 90 Euro. „Solon hat es geschafft, das Kapital seiner Aktionäre fast vollständig zu pulverisieren“, kritisiert Hocker.

Kommentare (4)

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Daniel

10.03.2011, 17:24 Uhr

Wenn ich mir den heutigen Kurs anschaue, scheinen einige Anleger die Deutsche Bank Aktie nun aus Angst vor einer Insolvenz zu verkaufen... ;-)

FRIEDKOCH

10.03.2011, 17:29 Uhr

Das Ganze zeigt doch dass Investitionen in Aktien ein Spiel mit dem Feuer ist.
Wenn man die Entwicklung einiger Blue-Chips aus dem DAX betrachtet kann man dies auch an einigen früher (2007) als erstklassig eingestufte Titel sehen:
Allianz ca. -50% seit 2007
Commerzbank ca. -85% seit 2007
Daimler ca. -40% seit 2007
Deutsche Bank -60%
Deutsche Börse -60%
Deutsche Post -50%
Deutsche Telekom -35%
EON -50%
Lufthansa -30%
RWE -50%
ThyssenKrupp -35%

Wer will da noch erzählen dass aktien sparen sich lohnt.
Es gibt nur einige wenige Titel die das Niveau von 2007/2008 wieder erreicht haben.

Hartmann

12.03.2011, 17:05 Uhr

Wieso nennen Sie in der Überschrift nichtdie Solarfirmen. Diewären doch noch vor den Banken herauszustellen. Würde das das Feindbild stören, ihr Medienleute?

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