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08.07.2014

13:49 Uhr

Kaum Investitionen

Infrastrukturmängel schwächen indische Indizes

Am maroden Verkehrsnetz in Indien scheint sich nichts zu ändern. Investitionen im Schienenbereich sind weiter unattraktiv – dass sie ausbleiben, hemmt die ganze Wirtschaft. Das zeigt auch der Blick auf die Indizes.

Hier wären dringend Veränderungen nötig: Ein überfüllter Zug in einem Bahnhof im indischen Allahabad steht sinnbildlich für Indiens mangelhaften Bahnverkehr. dpa

Hier wären dringend Veränderungen nötig: Ein überfüllter Zug in einem Bahnhof im indischen Allahabad steht sinnbildlich für Indiens mangelhaften Bahnverkehr.

FrankfurtDie Enttäuschung über vergleichsweise geringe staatliche Bahn-Investitionen haben dem Höhenflug des indischen Aktienmarktes am Dienstag ein vorläufiges Ende bereitet. Der breit gefasste Index NSE schloss 2,1 Prozent tiefer und verbuchte damit seinen größten Tagesverlust seit Anfang September 2013. Der Leitindex BSE gab zwei Prozent nach. Im Tagesverlauf hatten die beiden Börsenbarometer allerdings mit 7808,85 und 26.190,44 Punkten jeweils ein Rekordhoch markiert.

Durch den Investitionsstau ist das marode Schienennetz zu einem Hemmschuh für das Wirtschaftswachstum geworden. Indien veranschlagt für den Bahn-Haushalt 643,05 Milliarden Rupien (7,9 Milliarden Euro). Im Vergleich zum laufenden Jahr sei dies lediglich ein Plus von 8,2 Prozent, bemängelten Börsianer. Außerdem bezweifelten sie, dass sich private Investoren wie von der Regierung erhofft mit rund 60 Milliarden Rupien (738 Millionen Euro) an der Modernisierung des maroden Schienennetzes beteiligen. Dazu seien die Rahmenbedingungen nicht attraktiv genug.

DWS-Prognose: Konjunktur

Weltwirtschaft: Solides Wachstum

Nach Ansicht der Experten der DWS ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. 2014 sollte zu einem soliden Jahr für die Anleger an den internationalen Finanzmärkten werden. „Die Bäume wachsen, aber sie wachsen nicht in den Himmel“, sagte Asoka Wöhrmann, Chefstratege und Geschäftsführer der Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH.

Europa: Auf Erholungskurs

Im vergangenen Jahr habe der Patient Europa die Intensivstation verlassen, nun sei er endgültig auf dem Wege der Besserung - vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa.

EU-Konjunktur: Kaum Inflation

Deswegen dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, so Wöhrmann. „Die Inflation dürfte niedrig bleiben, die Gefahr einer Deflation besteht nicht“, so der Chefstratege.

Deutschland: Keine Blase

„Eine Blase sehe ich nicht – nicht bei deutschen Aktien und auch nicht an den deutschen Immobilienmärkten“, sagte Wöhrmann. Die DWS empfiehlt den Anlegern für das kommende Jahr, ein Schwergewicht auf Aktien zu legen.

USA: Positiver Ausblick

Die Dynamik für höheres Wachstum weltweit dürfte im kommenden Jahr von den entwickelten Volkswirtschaften ausgehen, allen voran von den USA. Steht Amerika sich nicht durch einen Shutdown selbst im Weg, dürfte es den moderaten Wachstumskurs beibehalten.

Asien: Japan gewinnt

Japan wird eine größere Rolle als in den vergangenen Jahren spielen: Hier stehen die Strukturreformen der dritten Phase des Premierministers Shinzo Abe (Abenomics) im Kampf gegen die Deflation auf dem Programm.

China: Positive Impulse

Auch China wird mit einem Wachstum von 7,5 Prozent weiterhin für einen positiven Impuls für das globale Wachstum sorgen.

Das Thema Bahn ist in Indien politisch brisant. Viele Regierungen haben die Modernisierung gescheut, weil sie die Ticket-Preise niedrig halten wollten. Das Land steckt jährlich etwa 300 Milliarden Rupien (3,7 Milliarden Euro) an Subventionen in die staatliche Bahn. Die Trennung des Bahn-Etats vom Staatshaushalt ist ein Relikt der britischen Kolonial-Herrschaft, als der Schienen-Transport eine der Haupteinnahme-Quellen für die öffentliche Hand war.

Die Enttäuschung über die Budget-Pläne sorgte für einen Ausverkauf bei Bahn-Werten: Texmaco brachen um 20 Prozent ein. Kalindee Rail, BEMK und Titagarh Wagons verloren jeweils fünf Prozent.

Von

rtr

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