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17.01.2006

18:39 Uhr

Kein Abschied von New Yorker Börse

Deutsche Unternehmen halten an US-Notierung fest

Vivendi haban am Dienstag den Rückzug von der Wall Street angekündigt. Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen plant nach einem Bericht des Handelsblatts jedoch nicht, sich von der New Yorker Börse zu verabschieden.

HB DÜSSELDORF. "Für uns kommt ein Rückzug allein schon deshalb nicht in Frage, weil US-Investoren 20 Prozent unserer Aktien halten", sagte ein Sprecher des Energiekonzerns Eon der Zeitung. Auch bei Siemens ist ein Rückzug "derzeit kein Thema". Allerdings drängt der Konzern die amerikanische Börsenaufsicht SEC zu Veränderungen - etwa dass sie die internationalen und künftig in Deutschland üblichen IFRS-Bilanzierungsstandards anerkennt.

Im Dezember 2005 hatte die SEC Vorschläge unterbreitet, die Ausländern den Rückzug von der Wall Street erleichtern sollen. Dies soll möglich sein, wenn US-Investoren weniger als fünf Prozent der Aktien halten. "Die SEC schätzt, dass auf Basis ihrer Reformvorschläge 26 Prozent aller gelisteten Nicht-US-Firmen für eine Deregistrierung in Frage kommen", sagte Thomas O?Neill, Finanzmarktexperte der Kanzlei Linklaters dem Handelsblatt.

Darunter dürfte die Mehrheit der 17 an der New York Stock Exchange gelisteten deutschen Konzerne nicht sein. Denn Unternehmen wie Allianz, BASF, Bayer, Daimler-Chrysler, Deutsche Bank und Siemens sind auf Grund ihrer internationalen Ausrichtung und der stark vom Ausland geprägten Aktionärsstruktur nicht an einem Rückzug interessiert.

Einzig das im M-Dax notierte Unternehmen SGL Carbon will sich von der US-Börse verabschieden. "Als wir in den neunziger Jahren Aktien bei US-Investoren platzieren wollten, rechnete sich die Notierung. Doch jetzt stehen jährliche Kosten von drei Millionen Euro und Einmalgebühren von zwei bis drei Millionen Euro in keinem Verhältnis zum Nutzen", sagte ein Firmensprecher.

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