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29.09.2015

13:41 Uhr

Klamme Kommunen

Wie Städte und Gemeinden an Geld kommen

VonYasmin Osman

Viele Kämmerer suchen nach alternativen Finanzquellen. Vor allem stark verschuldete Städte und Gemeinden stoßen auf weniger Kreditangebote. Eine Studie zeigt jetzt, wie sich klamme Kommunen finanzieren könnten.

Wuppertal: Die Schwebebahn ist die Attraktion der hochverschuldeten Stadt im Ruhrgebiet. dpa

Schwebebahn in Wuppertal

Wuppertal: Die Schwebebahn ist die Attraktion der hochverschuldeten Stadt im Ruhrgebiet.

FrankfurtFür deutsche Kommunen werden alternative Finanzquellen immer wichtiger. Denn das Kreditangebot für deutsche Kommunen wird knapper, wie eine Befragung von IKB und der Beratungsfirma IR.on zeigt. „Rund zwei Drittel der befragten Kämmerer erhalten heute weniger Kreditangebote als vor fünf Jahren“, heißt es in der Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Befragt wurden 20 Kämmerer aus der Gruppe der 150 größten deutschen Kommunen und 20 Investoren und Finanzinstitute mit einer Bilanzsumme zwischen 300 Millionen und 900 Milliarden Euro.
Etwa jede dritte Kommune stellt dabei sogar einen starken Rückgang des Kreditangebots fest. Das trifft vor allem die stärker verschuldeten Kommunen. Alternative Finanzquellen wie Schuldscheine, gemeinschaftliche Anleihen oder öffentlich-private Partnerschaften dürften für die kommunalen Kämmerer daher eine wachsende Bedeutung spielen.

Die Resonanz bei den Investoren könnte allerdings besser sein. Zwar können sich beinahe alle der Befragten vorstellen, in kommunale Anlageformen zu investieren. Allerdings halten nur 35 Prozent der Investoren deutsche Kommunen für grundsätzlich kapitalmarktfähig. Die befragten Kämmerer waren dagegen zu 70 Prozent der Meinung, ihre Kommune sei kapitalmarktreif.

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Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil unter den befragten Investoren viele Sparkassen waren. Als wichtiges Kriterium für eine Investitionsentscheidung nannten darüber hinaus 40 Prozent der Investoren, darunter auch Sparkassen, ein externes Rating, um die nötige, aber im Falle einer Kommune „schwer zu greifende Bonitätseinschätzung“ zu vereinfachen.

So einen Schritt lehnen viele Städte und Kommunen bislang ab, weil sie sagen, über den Finanzausgleich sei die Kreditwürdigkeit von Städten und Gemeinden einheitlich gut. Nach Einschätzung der IKB „findet am Kreditmarkt de facto bereits heute eine starke Ausdifferenzierung der kommunalen Bonität statt“.

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