Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2016

11:54 Uhr

Kommentar zu Dax-Absturz und China-Crash

Ruhig bleiben!

VonJessica Schwarzer

Der Drache speit Feuer. Der Dax ist wegen China im Krisenmodus, die 10.000-Punkte-Marke ist gefallen – Anleger brauchen starke Nerven. Die Verluste schmerzen, doch jetzt panisch aus Aktien zu fliehen, ist falsch.

Die Börse bebt

Tiefes Minus: Ruhe bewahren trotz Dax-Absturz!

Die Börse bebt: Tiefes Minus: Ruhe bewahren trotz Dax-Absturz!

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfKrisenstimmung an den Märkten. Schon wieder. Die Sorge um Chinas Konjunktur geht um und lässt die Emotionen an der Börse hochkochen. Der Dax ist sogar unter die Marke von 10.000 Punkten gerauscht, was bei empfindsamen Gemütern und nicht minder empfindsamen Computern heftige Reaktionen auslöst. Viele verlieren die Nerven und wollen nur noch eins: raus aus Aktien. Doch liebe Anleger: Ihr reagiert zu heftig!

Natürlich haben Anleger allen Grund zur Verunsicherung. Erleben sie doch die zweite große Verkaufswelle binnen weniger Tage und den schwächsten Jahresauftakt des Dax seit 25 Jahren. Fast fünf Prozent hat der deutsche Leitindex in dieser Woche bereits eingebüßt. Die Verkaufswelle erwischt natürlich auch andere Märkte, aber den Dax trifft es besonders hart.

Kein Wunder, denn er ist extrem automobillastig und Volkswagen, BMW und Daimler leiden besonders, wenn sich die Konjunktur in China abschwächst. Schließlich machten sie dort in den vergangenen Jahren gute Geschäfte. Nun sieht es nicht mehr so rosig aus. Ihre Wochenbilanz lässt Anlegern entsprechend die Nackenhaare zu Berge stehen: BMW minus neun Prozent, Volkswagen minus elf Prozent, Daimler minus 7,5 Prozent. Und auch am heutigen Donnerstag führen die drei Autowerte die Verliererliste an.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

Die Sorgen um Chinas Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Weltkonjunktur mögen berechtigt sein, trotzdem ist die Panik an den Märkten übertrieben, wieder mal. Anleger erinnern sich noch gut an den schwarzen Montag. Damals, im August 2015 waren die Ausschläge ähnlich heftig. Der Dax reagierte, als ob die Weltwirtschaft und vor allem die deutschen Konjunktur in die Rezession gerutscht wären. Eine totale Überreaktion.

Doch das sehen Aktionäre oft nicht. Sie haben nur ihren schmelzenden Depotwert vor Augen. Angesichts hoher Verluste hinterfragen gerade Privatanleger ihre Engagements, und zwar nicht nur die in Autowerte, die in vielen deutschen Depots liegen. Die Aktie an sich ist auf einmal brandgefährlich, das Vermögen in Gefahr. Sie lassen sich anstecken von der Panik anderer Investoren.

Kommentare (31)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Lee Rtasche

07.01.2016, 12:27 Uhr

Nicht nur den Börsen ist die große Angst der Investoren anzumerken. Auch dem Handelsblatt steckt die Angst vor Kommentierungen in den Knochen. Ein wenig Ambition in dieser Richtung täte Not!
-
Es verwundert indes, dass China und die Automobilindustrie herhalten müssen für Dinge in unserem Land, die aber auch gesagt werden sollten:
Es sind Verhaltensänderungen ausländischer Investoren, die nämlich dann aus Investitionen eines Landes fliehen, wenn die INNENPOLITISCHEN SPANNUNGEN in Deutschland grassieren und dies aufgrund einer Versager-Regierung.
-
Dieses Land ist im Stimmungsumbruch - unverkennbar.
Und das Handelsblatt kann es nicht besser in Worte fassen:
"Die AfD nicht mehr fürchten, als ..." --> MERKEN

Herr Wolfgang Bürger

07.01.2016, 12:32 Uhr

...bin ein kleiner Privatanleger (Depot 15% im minus momentan). Bleibe drin; das wird schon wieder.




Reiner Blumenhagen

07.01.2016, 12:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×