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20.01.2017

19:34 Uhr

Kommunalkredit Austria

Erste Niederlassung in Frankfurt

VonHans-Peter Siebenhaar

Mit der Eröffnung des Standorts Frankfurt plant die Kommunalkredit Austria in diesem Jahr eine Vertriebsoffensive in Deutschland. Vorstandschef Alois Steinbichler sieht gute Chancen für ein weiteres Wachstum.

Die Kommunalkredit Austria nimmt die deutsche Bankenmetropole ins Visier. dpa

Frankfurt

Die Kommunalkredit Austria nimmt die deutsche Bankenmetropole ins Visier.

Die Kommunalkredit Austria nimmt mit der Eröffnung des Standorts Frankfurt den deutschen Markt ins Visier. Österreichs Bank für Infrastruktur sieht durch den engen finanziellen Spielraum vieler Städte und Gemeinde sowie öffentlicher Einrichtungen gute Chancen für ein Wachstum. „Angesichts des engen finanziellen Spielraums der Kommunen bei gleichzeitig großen Investitionsbedarf in der Verkehrs-, Gesundheits- und Bildungsinfrastruktur glauben wir an gute Möglichkeiten in Deutschland“, sagte Vorstandschef Alois Steinbichler dem Handelsblatt in Wien. Am 1. Februar beginnt Bernd Fislage, zuletzt bei der Deutschen Bank Leiter des globalen Asset-Finance-Geschäfts, als Vertriebsvorstand. Die Belegschaft im Vertriebsbereich soll um 20 Mitarbeiter vergrößert werden

Der deutsche Markt gilt als der zweitgrößte in Europa für die Kofinanzierung von öffentlichen Projekten. „Wir sehen Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland, beispielsweise im Bereich von Energie, Umwelt und Verkehr. Schließlich ist der deutsche Markt nach Großbritannien der größte Markt für Finanzierungen von Infrastrukturprojekten in Europa“, sagt Steinbichler.

Welche politischen Stolperfallen Anlegern 2017 drohen

Aktien

Von Reuters befragte Analysten sehen den Dax im Schnitt bis Ende 2017 bei rund 11.470 Punkten. Das wäre in etwa auf dem Niveau vom Jahresende 2016 "Die Dividendenrendite ist im Vergleich zu den Anleihe-Renditen weiterhin so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Das Gewinnwachstum der Unternehmen ist in Ordnung", sagt Lars Thörs, Aktien-Chef der Fondsgesellschaft Danske Capital. Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, verweist auf einen weiteren Aspekt: „Angesichts weiterhin extrem günstiger Finanzierungsbedingungen dürften Unternehmen auf das bislang nur verhalten eingesetzte Instrument der Aktienrückkaufe zurückgreifen.“

Über weite Strecken kam der Dax 2016 kaum vom Fleck. Das Plus von knapp sieben Prozent seit Jahresbeginn geht zum größten Teil auf die Kursentwicklung im Dezember. Anfang des Monats übersprang der Dax die 11.000er Marke.

Als großen Risikofaktor für die Aktienmärkte sehen Börsianer die Wahlen in Deutschland, Frankreich den Niederlanden und möglicherweise auch in Italien. „Die Welle der populistischen Ergebnisse ist für Europa 2017 eine große Bedrohung“, sagt Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Ein zunehmender Nationalismus könnte der Anfang vom Ende der Euro-Zone sein.

Anleihen

An den Rentenmärkten werde es 2017 kaum etwas zu verdienen geben, ist sich Lars Edler, Co-Chefanleger des Bankhauses Sal. Oppenheim sicher. „Bei zehnjährigen Bundesanleihen gehen wir von einer negativen Gesamtrendite von etwa einem Prozent aus.“ Wenig besser dürfte es Anlegern mit US-Staatsanleihen ergehen: Hier sei eine Nullrendite zu erwarten. Die Ökonomen der Rabobank geben sich ähnlich skeptisch: „Wir sind nicht davon überzeugt, dass Donald Trumps Politik der Wirtschaft nachhaltigen Schub verleiht.“ Mögliche politische Spannungen könnten zudem die Attraktivität deutscher und US-Bonds als relativ sichere Anlagen erhöhen und damit die Renditen drücken.

Wegen der politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen liegt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen derzeit mit rund 0,3 Prozent etwa halb so hoch wie zu Jahresbeginn. Ihre US-Pendants rentieren mit knapp 2,3 Prozent zwar höher als Anfang 2016. Jenseits des Atlantik erwarten Börsianer aber auch eine Serie von Zinserhöhungen durch die Notenbank Fed. Staatsanleihen sind seit Jahren für Investoren ein schlechtes Geschäft, da die großen Notenbanken diese Papiere in großem Stil aufkaufen. Damit sollen die Finanzierungskosten für Staaten niedrig gehalten und die Konjunktur angekurbelt werden.

Devisen

Wegen der unterschiedlichen Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantik ist der Euro den Analysten der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank zufolge 2017 auf dem Weg zur Parität. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei Kursen um die 1,04 Dollar - rund vier US-Cent weniger als Anfang Januar. Die Experten der Rabobank sagen dagegen ein Ende des Dollar -Höhenfluges voraus. Der konjunktur- und damit inflations- und zinstreibende Effekt höherer Infrastruktur-Investitionen in den USA werde voraussichtlich durch eine restriktivere Handelspolitik zunichte gemacht.

Die Talfahrt des chinesischen Yuan wird dem Commerzbank-Analysten Peter Kinsella zufolge weitergehen. „Der Yuan gilt zwar als künstlich billig, doch ist er die mit Abstand teuerste Schwellenländer-Währung.“ Um Börsenturbulenzen zu vermeiden, werde China seine Valuta aber nur behutsam abwerten. Kinsella sieht den Dollar Ende kommenden Jahres bei 7,15 Yuan. In den vergangenen Monaten kletterte er um rund sechs Prozent auf etwa 6,90 Yuan. Anfang 2016 hatte eine rasche Abwertung der chinesischen Währung ein weltweites Börsenbeben ausgelöst.

Erdöl

Im Januar treten die niedrigeren Förderquoten für die Opec-Staaten in Kraft. Viel hängt davon ab, ob sich die Mitglieder des Export-Kartells sowie Russland an die Vereinbarung halten. Viele Analysten rechnen für das erste Halbjahr mit Preisen um 55 Dollar je Fass (159 Liter). Danach werden die Preise der US-Bank Goldman Sachs zufolge aber fallen. Denn geringere Exporte der Opec und Russlands ließen Raum für Konkurrenten wie die US-Schieferölindustrie.

Dank der geplanten Kürzung der Fördermengen durch die großen Exportländer verteuerte sich die Ölsorte Brent aus der Nordsee binnen Jahresfrist um etwa die Hälfte auf 56 Dollar je Barrel (159 Liter).

Andere Rohstoffe

Auf Kursverluste müssten sich Anleger an den Metallbörsen einstellen, sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Zwar steige durch die geplanten Infrastruktur-Investitionen in den USA und China die Nachfrage, gleichzeitig wachse aber auch das Angebot. Außerdem sei die Rally nach der US-Präsidentschaftswahl überzogen gewesen. Weinberg sieht den Kupfer -Preis bis Ende 2017 bei rund 5600 Dollar je Tonne. Seit September ist der Preis für das wichtige Industriemetall um ein Fünftel auf rund 5538 Dollar gestiegen.

Die Nachfrage nach der „Anti-Krisen-Währung“ Gold wird Analysten zufolge wegen der politischen Unwägbarkeiten anhalten. Die Experten der Commerzbank rechnen damit, dass der Preis für eine Feinunze Gold bis Ende 2017 auf rund 1300 Dollar von derzeit etwa 1150 steigt. 2016 verteuerte sich das Edelmetall um rund zehn Prozent.

Die in Wien ansässige Kommunalkredit Austria hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die Bank für Infrastruktur musste 2008 vom österreichischen Staat notverstaatlicht werden, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Die milliardenschweren faulen Assets wurde in eine Bad Bank ausgelagert. 2015 wurde das Geldhaus schließlich im zweiten Anlauf an ein englisch-irisches Konsortium um den deutschen Investmentbanker Patrick Bettscheider verkauft. Der am Zürichsee im Schweizer Kanton Schwyz lebende Investor stach mit dem Kaufpreis von 142 Millionen Euro österreichische Bieter aus.

Mit einer Eigenkapitalquote von über 37 Prozent und einer Kernkapitalquote von 28 Prozent sei sein Haus „stabil aufgestellt und profitabel“, sagt Steinbichler. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres hatte die Bank bei einer Bilanzsumme von 3,9 Milliarden Euro ein Ergebnis nach Steuern von 27,5 Millionen Euro erzielt. Auch für das Gesamtjahr wird ein positives Ergebnis erwartet. Moody’s bewertet das Geldhaus mit Baa3 und stabilen Ausblick.

Steinbichler glaubt an einen massiven Investitionsbedarf für kommunale und regionale Infrastrukturprojekte Europa. Intern wird von einer Summe von 150 bis 200 Milliarden Euro jährlich bis zum Jahr 2020 gesprochen. Aus diesem großen Kuchen wollen auch die Österreicher sich ein großes Stück nehmen.

„Als Kernmärkte haben wir Österreich, Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Benelux definiert. In Osteuropa sind wir selektiv in Polen, Tschechien und der Slowakei tätig“, sagt der CEO. Austria finanziert beispielsweise Photovoltaik-Anlagen, den Bau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Deutschland, Justizvollzugsanstalten in Großbritannien oder Schulprojekte in Belgien.

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