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27.01.2007

13:08 Uhr

Konsolidierung möglich

Dax-Ausblick: Anleger werden misstrauisch

In der kommenden Woche könnten die Kursausschläge am Aktienmarkt zunehmen, sagen Analysten. Die Terminkalender sind gefüllt mit Bekanntgaben von Unternehmensbilanzen und Konjunkturdaten.

HB FRANKFURT. „Die Grundstimmung ist zwar positiv“, sagt Aktienstrategin Susanne Lahmann von der Bremer Landesbank. „Der Dax steht aber auf wackligen Füßen, da es den Unternehmen schwer fällt, die hoch gesteckten Erwartungen zu erfüllen. Anleger sind daher bereit, auch einmal Gewinne mitzunehmen.“ In der abgelaufenen Woche hat der Dax bereits rund ein Prozent verloren. Für Analyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz ist das Risiko eines größeren Kursrutsches derzeit jedoch gering. „Die Leute sind zwar vorsichtig, aber eher unterinvestiert.“ Dies lasse sich daran ablesen, dass selbst größere Enttäuschungen bislang keine drastischen Rückschläge ausgelöst hätten.

Auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger sind eher positiv gestimmt. „Der Dax bewegt sich weiterhin in seinem aufwärts gerichteten Dreieck mit seiner Unterstützungslinie von 6 540 Punkten und der Aufwärtslinie, die bis 6 900 Punkte reicht“, schreiben sie in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“. Für Investoren werde es aber schwieriger, in Blue Chips zu investieren, da der erwartete Rückschlag bisher nicht eingetreten sei, viele Anleger aber „auf einem hohen Anteil von Liquidität sitzen“. Als Ausweich nähmen Anleger Aktien, die vom Klimawandel profitieren können, in den Blick.

Die Stimmung unter den Dax-Investoren sei eher verhalten, schließen die Experten des Daytradebrokers Clickoptions aus ihrer aktuellen Sentimentanalyse. Trotz der Kurssteigerungen der vergangenen Wochen hielten die Anleger die Kursmarke von 7 000 Punkten derzeit für unerreichbar. Jeder zweite Dax-Anlager setze im Moment auf eine seitwärts tendierende oder abwärts gerichtete Kursentwicklung. „Diese Zahlen zeigen, dass der Pessimismus unter den Dax-Anlegern weiter zugenommen hat", wertet Clickoptions-Sprecher Richard Ohl diese Ergebnisse, „selbst optimistische Anleger, die auf schnelle Kurssteigerungen setzen, erwarten auf Sicht der kommenden vier bis sechs Wochen meist nur eine Kurssteigerung bis auf 6 925 Punkte“.

Auch Matthieu Driol, der als unabhängiger technischer Analyst für Clickoptions tätig ist, äußert sich skeptisch. „Nach einer starken Aufwärtsbewegung scheint der Dax in eine Konsolidierung zu treten", glaubt der Analyst. Nach wie vor sei die weitere Richtung des Dax unklar; möglich sei, dass der deutsche Aktienindex zunächst seine Konsolierung unterhalb der Widerstandslinie von 6 760 Punkten fortsetze.

Auch für den Gesamtmarkt als Ganzes gibt es nach Angabe einiger Analysten ein Kriterium, das Dax und MDax nicht mehr billig erscheinen lässt: Sie machen als Kurstreiber der Hausse den so genannten "Freien Cash-Flow" aus. Er spiegele den echten Markterfolg eines Unternehmens besser als die Gewinne. Diese seien durch Bilanzkosmetik verzerrt. Damit gelte die Argumentation "Der Dax ist wegen seines günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses billig" nicht mehr. Mit Blick auf den "Freien Cash Flow" nähere sich die Bewertung stattdessen dem oberen Rand.

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