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03.03.2012

09:17 Uhr

Kredit-Rating

Moody's degradiert Griechenland auf niedrigste Stufe

Der Schuldenschnitt der privaten Gläubiger führt zu einem „teilweisen Zahlungsausfall“ und schadet der Kreditwürdigkeit Griechenlands. Da sind sich die Ratingagenturen einig. Doch Moody's sieht die Lage noch düsterer.

Das Moody's-Logo am Büro in New York. Reuters

Das Moody's-Logo am Büro in New York.

WashingtonMoody's hat die Kreditwürdigkeit für Griechenland erneut gesenkt - dieses Mal auf die niedrigste Note. Wie die Ratingagentur am Freitagabend mitteilte, lautet die neue Einstufung C nach zuvor Ca. Das Risiko eines Zahlungsausfalls bleibe selbst nach dem Einverständnis der Banken, mehr als die Hälfte der griechischen Schulden abzuschreiben, hoch, hieß es zur Begründung.

Die Einigung zum Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern werde für die Investoren Verluste von schätzungsweise 70 Prozent zur Folge haben, erklärte Moody's. Nach dem Anleihetausch, der noch diesen Monat unter Dach und Fach gebracht werden soll, werde das Kreditrisiko erneut überprüft werden. Die Ratingagentur hatte die Bonität des von der Pleite bedrohten Landes bereits auf Ramschstatus gesenkt und den Ausblick mit „negativ“ angegeben, womit bereits mittelfristig eine weitere Herabstufung angedeutet worden und der Schritt daher wenig überraschend war.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte am 27. Februar Griechenland auf das Niveau eines teilweisen Zahlungsausfalls zurückgestuft. Auch hier war die Einigung mit den privaten Gläubigern, also Banken, Versicherungen und Investmentfonds, als Begründung angegeben worden.

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Griechenlands Schulden würden für viele Jahre deutlich über 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen, erklärte Moody's. Das Land dürfte zudem keinen Zugang zum privaten Markt haben, sobald das zweite Hilfspaket auslaufe, hieß es. Die Ratingagentur sieht weiterhin erhebliche Risiken bei der Umsetzung der geplanten fiskalischen und wirtschaftlichen Reformen.

Die privaten Gläubiger des Landes hatten sich bereit erklärt, auf Forderungen in Höhe von 107 Milliarden Euro zu verzichten. Dazu sollen sie ihre griechischen Staatsanleihen gegen neue Papiere mit günstigeren Rückzahlungsbedingungen für das krisengeschüttelte Griechenland eintauschen.

Wenn der Anleihentausch erfolgreich abgeschlossen wird, kann Athen wieder auf eine bessere Bewertung durch Standard & Poor's hoffen. Die Ratingagentur stellte für diesen Fall eine Hochstufung auf CCC in Aussicht.

Dies wäre zwar deutlich besser als SD, Griechenland würde aber noch immer als Land mit gehörigem Ausfallrisiko gelten. Moody's stellte hingegen keine Verbesserung seiner Bewertung in Aussicht. Selbst wenn der Schuldenschnitt wie geplant erfolge, bleibe des Risiko eines Zahlungsausfalls hoch, erklärte die Agentur. Schließlich werde der Schuldenberg Griechenlands mehrere Jahre lang weit über hundert Prozent des BIP liegen.

Kommentare (11)

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Griechenland_ist_verloren

03.03.2012, 03:10 Uhr

Die Bewertung ist leider zutreffend, jeder weiß das, nur die Begründung stimmt nicht.

Zwar helfen die Pakete zur nicht ausreichenden Schuldenverminderung,der Sicherung von ausstehenden Zinszahlungen von Staatswegen gegen andere, aber das Land selbst mit seiner Bevölkerung steht am Abgrund,aktuell und auf Sicht verstärkt.

Die Projektionen der Gesundung auf 10-20 Jahre wären zwar möglich in Griechenland wie zuvor in anderen Staaten, aber-

( man schaue auf die ehemalige DDR, da kommt erst jetzt Licht langsam auf nach 20 Jahren, immer noch mit Lohngefälle, obwohl industr. Strukturen DAMALS vorhanden waren, die aber von D-West größtenteils gar bewußt vernichtet wurden aus Konkurrenzvermeidung vom eigenen Volk, die Treuhand trug auch viel dazu bei.,sowie das Umtauschverhältnis, viele wanderten dennoch ab im wiedervereinigten Staat gen Deutschland-West und sonstwohin, aber es war ein innerstattliches Problem mit großen Hilfsleistungen noch heute,tangierte andere Staaten nicht)

- mit großen Anstrengungen, isoliert von allem: vom EURO, vom Vergleich mit Europ-Industriestaaten, ausgeklammert von den Finanzgeiern auf Euroebene ,aber wahrlich nicht im EURO und nicht mit dieser landwirtschaftl. und eingefahrenen polit. Struktur, die nicht von heute auf morgen zu ändern ist, dazu noch zum extremen Sparmodus verdammt.

Leider ein verlorenes Land, das dem eigenen, aber auch dem gesamteurop. Vereinigungswillen über eine einheitliche Währung zum Opfer gefallen ist.
Und das ist jetzt unser aller Problem aus Blindheit einer polit. Entscheidung ohne Sachkenntnis am grünen Tisch...

Griechenland_ist_verloren

03.03.2012, 03:59 Uhr

Fortsetzung:

Spanien schafft aktuell nicht die Bedingungen zum Staats-Defizit, selbst die Niederlande nicht. Auf andere Staaten mag man jetzt mal ger nicht schauen. Alle waren bemüht, bisher ohne Erfolg. Sparen und dennoch wachsen geht nur über Lohndumping und Massenarbeitslosigkeit, was wiederüm dem Staat anheim fällt.

Wollen wir DAS?

Schuldenbremse in die Verfassung? Wenn es aber nicht zu schaffen ist unter den gegebenen Voraussetzungen?

Der Euro hat eine KNEBELUNG geschaffen,dessen Auswirkung leider niemand von unseren allzu klugen Politkern angedacht hat, viele Ökonomen haben gewarnt, ungehört.
Eigentlich wollte man ja Deutschland knebeln über den Euro, damit es nicht mal wieder so übermächtig werde.

DAS Deutschland ist aber auf dem besten Wege, sich zu verausgaben auf verlorenem Terrain.

Übersicht, sollte man lesen:
http://www.boerse-go.de/nachricht/Eurokrise-im-UEberblick-Der-Geldhahn-bleibt-weit-offen,a2772842.html

Selbst Merkel reflektiert inzwischen erzwungernermaßen aus bittere, wohl erworbener Einsicht bzgl.der Fakten:

Merkel: EZB-Geldflut hat Zeit erkauft, aber Krise nicht vorbei (wesahlb sogar der EUR unter Druck kam)

http://www.boerse-go.de/nachricht/Merkel-EZB-Geldflut-hat-Zeit-erkauft-aber-Krise-nicht-vorbei,a2772738.html


Letztlich muß man sich fragen: ist eigentlich das kleine Griechenland mi 2,x % im Euroverbund die Frage, so groß wie Hessen, und den Aufwand nötig, oder was geht da im Eigentlich ab, daß dieser kleine Staat diese Virulenz auslöst?????

Bankenrettung

03.03.2012, 05:02 Uhr

Was da abgeht? Das ist doch nun nicht allzu schwer zu verstehen.
Griechenland ist mit seinen finanziellen und strukturellen Problemen von den Banken, Hedge-Fonds und Versicherungen als Schleuse erkannt worden, um neben der direkten "Bankenrettung" staatliche Geldströme einer vermeintlichen Rettung Griechenlands auf ihre Konten zu leiten.
Was denn sonst?

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