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10.03.2014

10:47 Uhr

Kreditblase

Zombie-Firmen in China droht die Pleite

China steht vor einer Pleitewelle: Eine Reihe von „Zombie“-Unternehmen droht unter ihrer Schuldenlast zusammenzubrechen. Die Insolvenz einer Solarfirma könnte der Anfang sein – mit Folgen für das gesamte Finanzsystem.

In China sind Kredite sehr großzügig vergeben worden - Experten rechnen mit Pleiten. Reuters

In China sind Kredite sehr großzügig vergeben worden - Experten rechnen mit Pleiten.

ShanghaiAuf dem chinesischen Festland drohen weitere Ausfälle von Anleihen – so wie jüngst erstmalig bei der Solarfirma Shanghai Chaori Solar Energy Science & Technology. In Gefahr sind vor allem sogenannte „Zombie“-Unternehmen, bei denen die Schulden doppelt so hoch sind wie das Eigenkapital. Die Zahl der chinesischen „Zombies“ ist seit Finanzkrise in die Höhe geschossen.

„Nach dem ersten könnte es noch weitere Zahlungsausfälle geben“, sagt Zhang Yingjie, Vize-Generaldirektor der Analyse von China Chengxin International Credit Rating, einem Joint-Venture der Ratingagentur Moody's in China. „Die Binnenkonjunktur verlangsamt sich, die Liquidität verknappt sich weltweit und es werden in diesem Jahr mehr Anleihen fällig, was einen höheren Refinanzierungsdruck erzeugt. Es könnte also mehr Zahlungsausfälle geben.“

Die Anzahl der börsennotierten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors in China mit einem Verschuldungsgrad von mehr als 200 Prozent hat seit 2007 um 57 Prozent zugelegt – von damals 163 auf nun 256 Firmen, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten von 4111 Unternehmen. Bei etwa 63 Unternehmen liegt der Verschuldungsgrad sogar über 400 Prozent - verglichen mit einem Durchschnittwert von 73 Prozent. Das legt nahe, dass es nach Chaori zu weiteren Bondausfällen kommen könnte.

Chinas Nationaler Volkskongress

Jahrestreffen im März

Der Volkskongress kam zum ersten Mal 1954 zusammen. Die jährlichen Treffen im März in der Großen Halle des Volkes in Peking können bis zu zwei Wochen dauern. Zwischen den jährlichen Zusammenkünften ist ein Ständiger Ausschuss für die legislative Arbeit zuständig.

3000 Delegierte

Rund 3000 Delegierte gehören dem Volkskongress an. Die Abgeordneten werden nicht frei vom Volk gewählt, sondern alle fünf Jahre von lokalen Volkskongressen bestimmt.

Aufgaben des Gremiums

Das Gremium billigt Gesetze, ändert die Verfassung, bestätigt die Regierung, nimmt den Haushalt an und soll über Probleme diskutieren.

Debattenkultur

Lebhafte Debatten oder kontroverse Abstimmungen sind selten. Meist fallen wichtige Entscheidungen im Voraus in engen Führungszirkeln wie dem mächtigen Politbüro.

Abstimmungsverhalten

Bislang hat der Volkskongress nie eine Gesetzesvorlage abgelehnt. 1992 stimmte aber ein Drittel der Abgeordneten gegen den Bau des umstrittenen Drei-Schluchten-Dammes beziehungsweise enthielt sich.

Der Solarzellen-Hersteller hatte am 4. März mitgeteilt, dass von fälligen Kuponzahlungen in Höhe von 89,9 Millionen Yuan (10,6 Millionen Euro) nur vier Millionen Yuan zur Verfügung stünden. Die vor zwei Jahren ausgegebene Anleihe mit Fälligkeit Juli 2017 hätte eigentlich am vergangenen Freitag bedient werden müssen. Es war der erste Zahlungsausfall bei einer Unternehmensanleihe auf dem chinesischen Festland in der Geschichte. Die Rendite der Papiere kletterte bis auf 22 Prozent, bevor der Handel eingestellt wurde.

Einige Zombie-Firmen in China, die Liquiditätsengpässe haben, werden zusammenbrechen, da die Entscheidungsträger ihre übermäßig lockere Geldpolitik beenden, sagte Xia Bin, Berater des Staatsrats und ehemaliger Berater der Zentralbank.

Nach Einschätzung von Bank of America könnte Chaori Chinas eigener „Bear-Stearns-Moment“ werden, der Anleger zu einer Neubewertung der Kreditrisiken veranlasst – so wie nach der Rettung der US-Investmentbank im Jahr 2008.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 11:43 Uhr

Zombiefirmen in China
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Das kann/darf doch nicht sein! China ist doch der "Shootingstar" unter den Ländern. Die Chinesen arbeiten 24/7, und das für 0,5€/h. Die "Wanderarbeiter kommen von überall her.

Auf dem chinesischen Festland drohen weitere Ausfälle von Anleihen – so wie jüngst erstmalig bei der Solarfirma Shanghai Chaori Solar Energy Science & Technology. In Gefahr sind vor allem sogenannte „Zombie“-Unternehmen, bei denen die Schulden doppelt so hoch sind wie das Eigenkapital. Die Zahl der chinesischen „Zombies“ ist seit Finanzkrise in die Höhe geschossen.

Tja! Wenn die Sonne untergeht!
Auch diese Blase ist geplatzt. Die armen Spekulanten! Mir kommen die Tränen!

Account gelöscht!

10.03.2014, 13:09 Uhr

Crashprognose a´la Handelsblatt!
Im Gegensatz zu den westlichen Zombistaaten, welche ueber ihre Politstatisten die Hoheit des Geldsystems ihren privaten Auftraggebern ueberlassen haben, beherrscht China sein Geldsytem selbst, genau so wie Nordkorea, und der Iran (deshalb stehen diese Laender auf der Abschussliste)! Sie selbst schoepfen Geld und sind deshalb als Staat nicht in der Schuld Dritter!
Was also passiert in China in Wahrheit? Es werden die ueberwiegend durch auslaendisches Kapital, welches ueber privat organisierte Banken in China finanziert wurde in die Pleite geschickt und das ganz bewusst!
Wo ist also das Problem fuer China?
Klar, auch einige Chinesen haben sich auch dabei verspekuliert, weil sie auslaendisch getriebenen Investitionen mehr Chancen gegeben haben, als die der peobles Republik, aber das nenne ich "Pech gehabt"! Das ist das Spiel und wer sich beteiligt hat auch negative Konsequenzen zu tragen ist doch klar!
Gesteuerte Marktbereinigung nennt man das! Bingo und nicht mit Chrash und aehnlichem unprofessionellem Gefasel!

Account gelöscht!

10.03.2014, 13:13 Uhr

Und was die Chinesen erst an Umweltschäden zu beheben haben!
Da wird sich noch so manches ändern im Wirtschaftsmusterländle.Diese Rechnung kommt garantiert und wird einiges hinweg fegen.
Wie blöd,dass wir in Deutschland dieses aufoktruierte Umweltbewußtsein der linken Ökofaschisten haben,das es so vielen Firmen schon lange so schwer macht,nicht wahr?
Wir könnten auch so schön,wie die Chinesen,im Smogstau stehen und unsere Gewässer könnten immer noch so herrlich fischfrei stinken wie in den Sechzigern,als man noch durfte,wie man wollte.O tempora,o mores!

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