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18.05.2012

04:36 Uhr

Kreditwürdigkeit

Moody's watscht 16 spanische Banken ab

Erneut trifft das Urteil der Ratingagentur Moody's europäische Banken: Um bis zu drei Stufen schlechter bewertete Moody's die Bonität von 16 spanischen Geldinstituten. Auch die politische Lage floss in die Abwertung ein.

Vor einer Filiale der größten spanischen Bank, Santander, in Madrid. Reuters

Vor einer Filiale der größten spanischen Bank, Santander, in Madrid.

Madrid/FrankfurtMoody's hat 16 spanische Banken herabgestuft, darunter von Banco Santander und BBVA. Die Kreditwürdigkeit der Geldinstitute habe sich um eine bis drei Stufen verschlechtert, teilte die Ratingagentur am Donnerstag in Madrid mit.

Die Ratings für die Banken des Landes gehören zu den schlechtesten für westeuropäische Finanzinstitute. Bei den nun herabgestuften Banken bewegen sie sich zwischen niedrigem Investmentgrad und der höchsten Stufe auf Ramschniveau.

Die Abwertungen spiegele die verschlechterten Bewertungen der Banken wider, in einigen Fällen aber auch die Einschätzung der Möglichkeiten des spanischen Staates, die Banken zu unterstützen.

Spanien muss immer mehr Zinsen bieten, um sich Geld am Markt zu leihen. Zuletzt verlangten die Investoren für 2015 fällige Anleihen Renditen zwischen 4,375 und 4,876 Prozent. Im März hatten die Werte noch bei 2,89 beziehungsweise 4,037 Prozent gelegen.

Die Großbanken Banco Santander und BBVA wurden von „Aa3“ auf „A3“ abgewertet, Banco Popular Espanol von „A2“ auf „A3“. Belastet wurde die Bonität laut Moody's auch von der Rezession in Spanien, der andauernden Immobilienmarkt-Krise und der hohen Arbeitslosigkeit.

Moody's bemängelt zudem eine rapide sich verschlechternde Qualität zahlreicher Immobilienkredite aus der Zeit des spanischen Immobilienbooms. Auch der spanische Staat verfüge über eine geringere Bonität als zuvor. Die Chancen hätten sich daher verschlechtert, dass er den heimischen Banken zur Hilfe eilen könne.

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Die spanische Regierung will die fatale Immobilienkrise des Landes mit massiven Eingriffen in den Bankensektor ein für alle mal in den Griff bekommen. Die Regierung beschloss hierzu am vergangenen Freitag eine tiefgreifende Reform der Branche: Die Institute müssen zusätzlich noch etwa 30 Milliarden Euro für faule Kredite zurücklegen und ihr Immobilienvermögen auslagern. Erst am Montag hatte Moody's die Bewertung von 26 italienischen Banken herabgestuft. Darunter waren auch Branchengrößen wie UniCredit und Intesa Sanpaolo. Der Ausblick für alle Betroffenen sei negativ, hieß es.

Der italienische Bankenverband nannte die Herabstufung unverantwortlich und sprach von einem „Angriff auf Italien, seine Unternehmen, seine Familien und seine Bürger“.

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Kommentare (3)

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nobum

18.05.2012, 01:19 Uhr

Ratingagentur ist ein leichter Job. Die schauen sich die CDS-Kurse an und lesen die Zeitungen, danach sie heben oder senken den Daumen.

Eddie

18.05.2012, 02:40 Uhr

"Der italienische Bankenverband nannte die Herabstufung unverantwortlich und sprach von einem „Angriff auf Italien, seine Unternehmen, seine Familien und seine Bürger“." Genau darum geht es den Ami-Gangstern - immer schoen Oel ins Feuer giessen, die EUR-Krise schoen schueren und dabei Milliarden mit CDS, short-selling und anderen Gaunereien abgreifen. Dass dabei u.a. Menschen, Jobs und Wohlstand draufgehen hat die[...] noch nie interessiert...
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

Account gelöscht!

18.05.2012, 06:29 Uhr

Wetten, daß .... mal wieder Goldman hinter den Kulissen die Strippen zieht? Man sollte wissen, wie hoch Goldman und Konsorten schon gewettet haben auf die Pleite Europas, speziell Spaniens! Ein Land geht kaputt, und dann noch Eines, Menschen darben .... und Goldman und Konsorten schieben Milliardengewinne aus dem Elend ein.
Läuft das Ganze nicht in etwas so?

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