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25.04.2014

14:15 Uhr

Kreditwürdigkeit

Ratingagenturen zuversichtlicher für Euro-Länder

Die unter Reformdruck stehenden Schwergewichte Frankreich und Italien kommen bei den Bonitätsprüfern etwas besser weg, ebenso Zypern. Die Euro-Zone hat aber weiterhin mit Problemen zu kämpfen.

Die Rating-Agenturen zeigen sich zuversichtlicher in Bezug auf die Euro-Zone. dpa

Die Rating-Agenturen zeigen sich zuversichtlicher in Bezug auf die Euro-Zone.

LondonDie Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Fitch geben sich unter dem Strich etwas zuversichtlicher für die Kreditwürdigkeit von Staaten aus dem Euroraum. Die Bewertung des Krisenlands Zypern wurde von S&P am Freitag um eine Stufe auf „B“ erhöht, Fitch hob den Ausblick für das Rating („B-“) auf positiv an. Bei beiden Agenturen liegt die Kreditnote klar im sogenannten Ramschbereich, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Die positiven Ausblicke lassen aber Aufstufungen erwarten - vorausgesetzt, das Land erfüllt weiterhin die Auflagen der internationalen Geldgeber, die Zypern seit dem vergangenem Jahr finanziell stützen.
Das Land schlage sich nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres besser als erwartet und die Rezession sei weniger stark als befürchtet, teilte die Agentur am Freitag mit. Sie änderte deshalb die Bonitätsnote auf „B“ von „B-“. Zugleich stellten die Experten eine weitere Heraufstufung binnen eines Jahres in Aussicht, wenn sich das Land an die mit seinen Geldgebern EU und IWF vereinbarten Sparmaßnahmen halte. Allerdings seien die Ukraine-Krise und damit verbunden mögliche weitere Sanktionen gegen Russland ein Risiko. Zypern ist ein beliebtes Reiseziel zahlreicher wohlhabender Russen.

Rating-Historie der Krisenländer

Portugals S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BB / 13.01.2012

BBB- / 05.12.2011

BBB- / 29.03.2011

BBB+ / 24.03.2011

A- / 30.11.2010

A- / 27.04.2010

Portugals Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Ba3 / 13.02.2012

Ba2 / 05.07.2011

Baa1 / 05.04.2011

A3 / 15.03.2011

A1 / 21.12.2010

A1 / 13.07.2010

Aa2 / 05.05.2010

Irlands S&P-Rating

Rating / Gültig seit:

BBB+ / 13.01.2012

BBB+ / 05.12.2011

BBB+ / 01.04.2011

A- / 02.02.2011

A / 23.11.2010

AA- / 24.08.2010

Irlands Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Ba1 / 12.07.2011

Baa3 / 15.04.2011

Baa1 / 17.12.2010

Aa2 / 05.10.2010

Aa2 / 19.07.2010

Spaniens S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BBB- / 10.10.2012

BBB+ / 26.04.2012

A / 13.01.2012

AA- / 05.12.2011

AA- / 13.10.2011

AA / 28.04.2010

Spaniens Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Baa3 / 16.10.2012

Baa3 / 13.06.2012

A3 / 13.02.2012

A1 / 18.10.2011

Aa2 / 29.07.2011

Aa2 / 10.03.2011

Aa1 / 15.12.2010

Aa1 / 30.09.2010

Aaa / 30.06.2010

Italiens S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BBB+u / 31.01.2012

Au / 05.12.2011

Au / 19.09.2011

A+u / 17.02.2011

Italiens Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Baa2 / 13.07.2012

A3 / 13.02.2012

A2 / 04.10.2011

Aa2 / 17.06.2011

Griechenlands S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

B- / 18.12.2012

SD / 05.12.2012

CCC / 02.05.2012

SD / 27.02.2012

CC / 27.07.2011

CCC / 13.06.2011

B / 09.05.2011

BB- / 29.03.2011

BB+ / 02.12.2010

BB+ / 27.04.2010

BBB+ / 16.03.2010

Griechenlands Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

C / 02.03.2012

Ca / 25.07.2011

Caa1 / 01.06.2011

B1 / 09.05.2011

Ba1 / 26.12.2010

Ba1 / 14.06.2010

A3 / 22.04.2010

Erst vor einem halben Jahr hatte S&P Zypern eine bessere Note gegeben. Auch die Ratingagentur Fitch schätzt die Aussichten für die Kreditwürdigkeit des Inselstaats günstiger ein; ihr Ausblick für das Rating liegt nun bei stabil und nicht mehr bei negativ. Zyperns Finanzminister Harris Georgiades sagte, auch die bessere Note der Ratingagentur ändere nichts am Zeitplan zur Rückkehr an den Finanzmarkt, mit der bis Ende 2015 gerechnet wird.

Die unter Reformdruck stehenden Schwergewichte Frankreich und Italien kommen bei den Bonitätsprüfern ebenfalls etwas besser weg. Fitch hob den Ausblick für Italien von negativ auf stabil an. Begründet wird der Schritt unter anderem mit der etwas besseren Wirtschaftslage, deutlich geringeren Refinanzierungskosten an den Finanzmärkten und der Aussicht auf Wirtschaftsreformen der neuen Regierung. Die Bewertung des Landes liegt mit „BBB+“ aber nach wie vor nur drei Stufen über „Ramsch“.

Für Frankreich zeigte sich S&P etwas zuversichtlicher, obwohl sich am Rating („AA“) und dem stabilen Ausblick nichts änderte. Die Regierung habe Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitskosten und Unternehmensbesteuerung ergriffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern, schreibt S&P. Zudem deuteten staatliche Ausgabenkürzungen darauf hin, dass die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft ihr Haushaltsdefizit schrittweise reduzieren werde. Die Staatsverschuldung bleibe aber hoch und werde bis 2017 noch wachsen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

25.04.2014, 11:13 Uhr

Da haben die privaten Eigner der Rating-Agenturen wohl die Absicht, europäische Staatsanleihen in großem Stil einzukaufen.
Daran könnte man erkennen, dass Rating-Agenturen nicht objektiv urteilen, sondern nur den Vorteil ihres Herkunftslandes und der verbundenen Interessengruppen sehen.
Hinzu kommt natürlich, dass Goldman-Draghi jeden Süd-Schrott bedenkenlos aufkaufen wird und letzten Endes haftet ja auch der deutsche Depp mit seinen Steuergeldern.

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