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06.06.2014

21:38 Uhr

Kreditwürdigkeit

S&P stuft Irland hoch und gibt den USA einen Rat

Die Kreditwürdigkeit Irlands sieht die Ratingagentur S&P optimistischer als zuvor. Unverändert bleiben hingegen die Bonitätsnoten für Italien und die USA. Jenen zeigt S&P den Weg zurück aufs Top-Rating: Frieden.

Auf ein AAA-Rating lässt S&P die USA noch nicht zurück. Irland schafft unterdessen den Sprung von BBB+ auf A-. AFP

Auf ein AAA-Rating lässt S&P die USA noch nicht zurück. Irland schafft unterdessen den Sprung von BBB+ auf A-.

BangaloreDie US-Ratingagentur Standard & Poor's drängt die politische Führung der USA zu mehr Konsens-Politik. So könnten die Vereinigten Staaten das begehrte Top-Rating "AAA" zurückerobern, erklärte S&P am Freitag.

In Washington müssten sich die rivalisierenden Lager verstärkt um Annäherung bemühen und riskantes Taktieren unterlassen. Vorerst beließ die Agentur die US-Bonitätsnote auf "AA+" und den Ausblick auf stabil.

Einer Heraufstufung der USA stünden derzeit die massive Schuldenlast und das hohe Staatsdefizit ebenso im Wege wie die Polarisierung der Politik in Washington, erklärte S&P weiter. Der Haushaltsstreit und der Konflikt um die Schuldengrenze hatten das Land schwer belastet. Insgesamt blickt die Ratingagentur aber zuversichtlich in die Zukunft der USA: Die Wirtschaft dürfte sich in den kommenden Jahren mindestens ebenso gut entwickeln wie die vergleichbarer Länder.

Die Kreditwürdigkeit des langjährigen Euro-Sorgenkinds Irlands stuften die Bonitätswächter auf A- von zuvor BBB+ hoch. Ihre optimistischere Sicht begründeten sie damit, dass mit einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft zu rechnen sei.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Irland erhielt damit von der einflussreichen Ratingagentur die Bestätigung für die jüngste Wende zum Guten: Im Dezember verließ es als erster Krisenstaat den Euro-Rettungsschirm. Noch vor rund drei Jahren musste das Land mit 85 Milliarden Euro von EU und Internationalem Währungsfonds vor der Staatspleite bewahrt werden.

Italien kann sich dagegen vorerst keine Hoffnungen auf ein positiveres Urteil von S&P machen. Die Ratingagentur bestätigte zwar die Bonitätsnote BBB, womit italienische Staatsanleihen als durchschnittlich gute Anlage gelten. Doch zugleich behielt sie ihren negativen Ausblick für das Rating bei.

Zwar dürfte die Regierung in Rom mit den zentralen Reformvorhaben vorankommen, doch schwächere Wachstumsaussichten stellten Risiken dar, hieß es zur Begründung.

Von

rtr

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