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28.09.2011

14:43 Uhr

Kreditwürdigkeit

Um Deutschland muss sich niemand Sorgen machen

VonAndrea Cünnen

Die Zeiten, in denen deutsche Staatsanleihen als langfristig lohnenswert galten, sind lange vorbei. Grund dafür sind auch Sorgen um die Bonität - die sind derzeit allerdings unbegründet. Ein Kommentar.

Unter Anlegern herrscht derzeit große Unsicherheit wegen möglicher Herabstufungen der Bonität einstiger Musterstaaten. dpa

Unter Anlegern herrscht derzeit große Unsicherheit wegen möglicher Herabstufungen der Bonität einstiger Musterstaaten.

Was sich an den Märkten für Kreditderivate abspielt, ist auf den ersten Blick erschreckend: Spekulanten haben Deutschland ins Visier genommen. Wer sich gegen einen Zahlungsausfall Deutschlands absichern will, muss dafür jetzt dreimal so viel zahlen wie vor vier Monaten. Das legt den trügerischen Schluss nahe, dass die Märkte eine schlechtere Bonität Deutschlands vorwegnehmen.

In der Tat grassiert zwar in der Politik die Angst davor, dass Deutschland sich mit Hilfen für die überschuldeten Euro-Staaten übernimmt. Und in dieser Woche hat selbst die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) gewarnt, dass sich die Garantien für den europäischen Rettungsfonds EFSF nicht unendlich erweitern lassen, ohne dass irgendwann darunter auch die Kreditwürdigkeit der Geberländer leidet.

Doch bei Investoren hat die Angst vor einer schwächeren Bonität Deutschlands noch nicht um sich gegriffen. Im Gegenteil: Die institutionellen Großanleger, die Deutschlands Staatsschulden über den Kauf von deutschen Staatsanleihen finanzieren, geben sich mit einer extrem geringen Rendite zufrieden. Ende vergangener Woche zum Beispiel fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen aufgrund der hohen Nachfrage auf das historische Tief von 1,64 Prozent.

Die steigenden Kosten für Kreditausfallversicherungen auf Deutschland sind kein Zeichen für großes Misstrauen gegenüber der Regierung in Berlin. So stehen auf Deutschland sogenannte Credit Default Swaps (CDS) über brutto nur 107 Milliarden Dollar aus. Das klingt nach viel, entspricht aber nicht einmal einem Zehntel des Volumens der ausstehenden deutschen Staatsanleihen. Schon das allein zeigt, dass die Angst so groß nicht sein kann.

Die CDS funktionieren so, dass sich ein Investor bei einem anderen Investor gegen den Zahlungsausfall eines Staates oder eines Unternehmens absichert. Dafür zahlt der Versicherte eine Prämie an den Versicherer. Seit Ende vergangener Woche liegen die Prämien für den Schutz vor einem Ausfall Deutschlands erstmals bei über 100 Basispunkten. Das bedeutet, dass der Versicherte jedes Jahr gut 100 000 Euro an den Versicherer zahlt, um deutsche Staatsanleihen über zehn Millionen Euro – die Standardgröße für ein solches Absicherungsgeschäft – abzusichern. Anfang Juni lagen die CDS-Prämien bei 37 Basispunkten.

Kommentare (37)

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Account gelöscht!

28.09.2011, 14:53 Uhr

Liebe Frau Cuennen: Ich habe mir Ihren kurzsichtigen Kommentar plus Ihre mail-adresse notiert und werde Sie zu gegebener Zeit daran erinnern. Was meinen Sie, was passiert, wenn unsere fabelhaften Politclowns so weiter "retten" und dann erst mal der erste "gewichtige" Kandidat ins straucheln gerät, Spanien etwa oder Bunga-Bunga-Land? Und das wird passieren, nur dass wir dann leider nicht unter einen "Rettungsschirm" kriechen können sondern schlicht pleite sind. Da scheint es noch der bessere Tipp zu sein, auf griechische Anleihen zu setzen und "auf die uneingeschränkte Dummheit der Bundesregierung" (Zitat einen bekannten Ökonomen) und ihren Rettungswahn zu setzen.

SetzenSechs

28.09.2011, 14:54 Uhr

... mal wieder so ein unterirdisch-qualifizierter Beitrag der Handeslblatt-Laientruppe.

gabsch

28.09.2011, 15:28 Uhr

Sg.Frau Cuennen!
Ihr Beitrag läßt nur 2 Schlüsse zu:
1)Entweder Sie sind naiv;-und haben von den heutigen Märkten
und Ratingagenturen keine Ahnung; oder
2)Sie wollen gegen besseren Wissens,ihre Leser beruhigen,
bzw.einlullen!
Beides ist enttäuschend,aber ich tippe mal auf Variante2! LG

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