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10.04.2014

16:41 Uhr

Kriegsbeil begraben

Ebay und US-Investor Icahn einigen sich

Milliardär Carl Icahn kann einen Wunschkandidaten in Ebays Verwaltungsrat entsenden. Dafür wird der Bezahldienst PayPal vorerst nicht abgespalten. In Gesprächen will Icahn die Abspaltung trotzdem weiter anstreben.

Will, dass das Internetauktionshaus Ebay den Bezahlservice PayPal abspaltet: Großaktionär Carl Ibahn. Reuters

Will, dass das Internetauktionshaus Ebay den Bezahlservice PayPal abspaltet: Großaktionär Carl Ibahn.

San JoseDer Online-Händler eBay wird seinen rasant wachsenden Bezahldienst PayPal vorerst nicht verkaufen oder an die Börse bringen. Der US-Konzern setzt sich damit in dem monatelangen Streit mit dem bekannten Investor Carl Icahn durch. Der für sein aggressives Finanzgebaren bekannte Aktionär zog am Donnerstag nicht nur seine Forderung zurück, PayPal vom Konzern abzuspalten, sondern auch zwei Vertraute in den Verwaltungsrat zu bringen, wie eBay mitteilte. Stattdessen habe man sich geeinigt, den früheren Chef des Telekom-Konzerns AT&T, David Dorman, als unabhängigen Vertreter in das Gremium zu berufen.

Der 78-jährige Icahn, der rund zwei Prozent der eBay-Anteile kontrolliert, hat sich für eine Zerschlagung starkgemacht, weil PayPal und eBay seiner Meinung nach getrennt wertvoller wären. Das Management betonte, es wolle PayPal unbedingt unter dem eigenen Dach halten. Dies sei im Interesse der Aktionäre.

Icahn kauft in der Regel vergleichsweise kleine Anteile von Unternehmen und stellt dann lauthals Forderungen an das Management, gerne auch über den Kurznachrichtendienst Twitter. Zuletzt hatte er sich auch mit Apple und dem PC-Hersteller Dell angelegt. Beim iPhone-Produzenten hatte er sich für höhere Ausschüttungen und Aktienrückkäufe eingesetzt, von denen er selbst profitiert hätte. Beim PC-Hersteller, der zur Sanierung von der Börse genommen wurde, pochte er auf eine höhere Abfindung für die Aktionäre.

Icahn kämpft dabei stets mit harten Bandagen. Im eBay-Fall hat er mehrere offene Briefe verschickt, in denen unter anderem Konzernchef John Donahoe kritisiert wurde. Nun betonte der - neben Warren Buffett und George Soros - wohl bekannteste Investor, er sei zufrieden, dass sich die Lage entspanne. Er glaube aber noch immer, eBay solle PayPal lieber verkaufen. Donahoe habe zugesagt, sich regelmäßig mit ihm zu treffen, um über geschäftliche Alternativen zu diskutieren.
An der Börse verloren eBay-Aktien nach der Einigung am Donnerstag rund 2,5 Prozent ihres Wertes.

Von

rtr

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