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16.07.2014

14:35 Uhr

Krisenbank erholt sich

Lissaboner Börse stoppt Talfahrt

Die angeschlagene Banco Espirito Santo erholt sich – und damit auch die Lissaboner Börse. Am Mittwoch stieg der Kurs der Aktie wieder. Analysten und Aktienhändler bleiben jedoch skeptisch und abwartend.

Die Banco Espirito Santo (BES) in Portugal vermeldet wieder positive Nachrichten – sehr zur Freude der Anleger. (Symbolbild) dpa

Die Banco Espirito Santo (BES) in Portugal vermeldet wieder positive Nachrichten – sehr zur Freude der Anleger. (Symbolbild)

LissabonErleichterung in Lissabon: Der Kursverfall der Aktien der Banco Espirito Santo (BES) scheint vorerst gestoppt zu sein. Am Mittwoch stiegen der Anteilsscheine um bis zu 20,5 Prozent auf 0,45 Euro und verhalfen damit auch dem Standardwerte-Index zu einem Plus von bis zu 3,4 Prozent. Auch am Rentenmarkt waren portugiesische Staatsanleihen bei den Anlegern wieder gefragt.

Die Rendite der zehnjährigen Papiere gab entsprechend auf 3,734 von 3,840 am Vorabend nach. Seinen Gläubigern muss Portugal aber derzeit wieder etwas mehr Rendite zahlen. Insgesamt nahm die Schuldenagentur des Landes über sechs- und zwölfmonatige Papiere 1,25 Milliarden Euro auf. Die Renditen waren aber etwas höher als bei den letzten Auktionen.

Commerzbank-Analyst Rainer Guntermann sprach von einem weiterhin nervösen Handel in Lissabon. Allerdings erscheine ein Überschwappen der Probleme der Bank auf den Rentenmarkt immer unwahrscheinlicher. Andere Analysten stimmten zu. „Wir denken nicht, dass das BES-Debakel ein systematisches Problem für das Land ist, und halten die Angst vor einer Ansteckung für übertrieben“, sagte Martin Harvey, Bond-Stratege bei Threadneedle Investments.

Nichtsdestotrotz zeige der Fall BES wie anfällig die Euro-Krisenländer angesichts der strukturellen Probleme ihrer Finanzsysteme für sporadische Mini-Krisen seien.

Aktienhändler in Lissabon wollten aber noch keine Entwarnung geben. Die Erholung sei nur eine technische Korrektur nach dem Kurseinbruch der letzten Wochen, warnte einer. „Es gibt überhaupt keine positiven Nachrichten zu BES.“ Zudem dürfen die Anleger derzeit nicht auf fallende Kurse wetten, da sogenannte Leerverkäufe von der Börsenaufsicht untersagt wurden.

Die Zahlungsprobleme der Bankiersfamilie Espirito Santo hatten die gleichnamige Bank unter Druck gebracht, da der BES-Großaktionär Espirito Santo Financial Group (ESFG) zu 49 Prozent zum Portfolio der Familie gehört.

Von

rtr

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