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17.06.2014

14:43 Uhr

Krisenstaat leiht sich Geld

Griechenland zahlt unter 2 Prozent Zinsen

Die Sätze reichen fast an die Renditen deutscher Staatsanleihen heran: Athen zahlt für Anleihen unter 2 Prozent Zinsen. Nach zweistelligen Zinssätzen in der Krise kommt Griechenland so billig an Geld, wie lange nicht.

Er übergab nach der Europawahl ein Haus auf dem rechten Wege: Yannis Stournaras (links) gab sein Amt des Finanzministers am 10. Juni an Gikas Hardouvelis ab. Dieser findet beste Bedingungen vor, um an den Märkten aktiv zu werden. dpa

Er übergab nach der Europawahl ein Haus auf dem rechten Wege: Yannis Stournaras (links) gab sein Amt des Finanzministers am 10. Juni an Gikas Hardouvelis ab. Dieser findet beste Bedingungen vor, um an den Märkten aktiv zu werden.

AthenErstmals nach Ausbruch der schweren Finanzkrise hat sich das schuldengeplagte Griechenland mit einem Zinssatz von unter zwei Prozent kurzfristig 1,3 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt. Für die dreimonatigen Papiere belief sich der Zinssatz auf 1,8 Prozent. Das ist deutlich niedriger als im Vormonat (2,13 Prozent), wie die Schuldenagentur PDMA am Dienstag mitteilte.

Athen leiht sich regelmäßig kleinere Beträge dieser Art, um Löcher im Haushalt zu stopfen. Im April - fast vier Jahre nach dem finanziellen Absturz - hatte sich Griechenland erstmals wieder Kapital bei privaten Investoren mit einer längeren Laufzeit beschafft. Athen sammelte damals mit einer Staatsanleihe über eine Laufzeit von fünf Jahren drei Milliarden Euro ein.

Kapitalbedarf der Euro-Staaten 2014

Deutschland

Refinanzierungsbedarf 2014: 173 Milliarden Euro
Davon im ersten Quartal gedeckt: 26,6 Prozent
Quelle: Commerzbank, Stand: 28.03.2014

Frankreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 198 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 29,7 Prozent

Spanien

Refinanzierungsbedarf 2014: 125 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 35,3 Prozent

Österreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 24 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 15,3 Prozent

Niederlande

Refinanzierungsbedarf 2014: 50 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 40,5 Prozent

Belgien

Refinanzierungsbedarf 2014: 34 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 41,3 Prozent

Italien

Refinanzierungsbedarf 2014: 247 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 28,2 Prozent

Portugal

Refinanzierungsbedarf 2014: 8 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 65,6 Prozent

Finnland

Refinanzierungsbedarf 2014: 12 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,3 Prozent

Irland

Refinanzierungsbedarf 2014: 10 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 47,5 Prozent

Slowenien

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,7 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,0 Prozent

Slowakei

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,0 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 36,4 Prozent

Von

dpa

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