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31.05.2013

15:41 Uhr

Kritik an EZB-Politik

Pimco empfiehlt Verkauf von Anleihen aus Euro-Zone

Der Vermögensverwalter hält die Maßnahmen der EZB für Aktionismus. Pimco kritisiert, dass nur wenige Fortschritte bei den Reformen erreicht worden seien – und empfiehlt, Staatsanleihen aus der Euro-Zone zu verkaufen.

Ein Euro-Regenschirm vor dem EZB-Neubau in Frankfurt. dpa

Ein Euro-Regenschirm vor dem EZB-Neubau in Frankfurt.

LondonDer Vermögensverwalter Pimco zweifelt an der Wirksamkeit der EZB-Maßnahmen gegen die Schuldenkrise und rät deshalb zum Verkauf von Staatsanleihen aus der Euro-Zone. „Investoren und Finanzmärkte sind sehr zuversichtlich, dass die Europäische Zentralbank im Extremfall der Kreditgeber in letzter Instanz (Lender of last resort) ist und ein Auseinanderbrechen nicht zulassen wird“, sagte Andrew Balls, der das Portfolio-Management des weltgrößten Anleihenverwalters in Europa leitet. „Wir glauben das weniger.“ Vielmehr werde die EZB zwischen einem Aktionismus im Sinne der Parole „Koste es, was es wolle“ und der Verweigerung von Maßnahmen schwanken.

Seit März hat Pimco deshalb die Positionen in spanischen und italienischen Anleihen teilweise wieder zurückgefahren. Die Allianz-Tochter untergewichtet nun neben Bonds und anderen Schuldverschreibungen aus der Euro-Zone auch Anteilsscheine von Banken aus dem Währungsraum. Stattdessen empfiehlt Pimco, zu inflationsgeschützten Anleihen, Rohstoffen, Immobilien und Schwellenland-Währungen zu greifen.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Sommer vergangenen Jahres die globalen Finanzmärkte mit dem Versprechen spürbar beruhigt, den Euro um jeden Preis zu verteidigen. Dafür stellte die Zentralbank unbegrenzte Aufkäufe von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder in Aussicht. Die Renditen der Bonds aus den Problemländern gingen daraufhin deutlich zurück, weil viele risikoscheue Anleger wieder beherzt zugriffen. Doch bisher haben die Maßnahmen der EZB nicht dazu geführt, dass die Banken krisenfest sind und die Wirtschaft der Euro-Zone wieder in Gang gekommen ist. Pimco rechnet damit, dass die EZB deshalb andere Saiten aufziehen könnte: So könnten Schuldenschnitte wie bei Griechenland oder Staatspleiten drohen. „Seit dem Versprechen Draghis sind nur wenige Fortschritte bei den verschiedenen Reformen erreicht worden“, kritisierte Balls. „Die Vorstellung von der EZB als sehr verlässlichem Stabilitätsfaktor ist möglich, bleibt aber ungeprüft.“

Da sich die Aufregung der Märkte im Zuge des Wahlpatts in Italien und der Beteiligung von Gläubigern am Rettungspaket für Zypern in Grenzen gehalten habe, gebe es für die EZB nun mehr Spielraum für Experimente. Diese Experimente könnten aggressiver und weniger freundlich für die Investoren ausfallen, sagte Balls. Die Wahrscheinlichkeit von größeren Restrukturierungen von Schulden nimmt nach Einschätzung des Vermögensverwalters deshalb mittelfristig zu. Anfang der Woche hatte Pimco bereits erklärt, dass die Anleger sich von allzu großen Rendite-Erwartungen verabschieden müssten und eine flexible Anlagestrategie vonnöten sei. Das Fondshaus verwaltet zwei Billionen Dollar an Vermögen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

31.05.2013, 15:56 Uhr

Ich behalte meine Anleihen zu 9,25% aus 92.Aber zu 0,005% wie heute üblich-würde ich auch nicht abschließen.Hoffe bis zum Auslaufen in 2022 sind die Zinsen wieder höher als heute.

Account gelöscht!

01.06.2013, 10:33 Uhr

Pimco treibt das Spiel mit dem HB seit nunmehr über einem Jahr. Dumm, daß alle bisher hier vertretenen Hypothesen - teilweise in Mehrfachveröffentlichung - sich NICHT bewahrheit haben.

Wer vertraut solchen Nieten in Nadelstreifen noch sein Geld an? B. Gross hat gerade mit -1,9% im Mai ein Fiasko erlebt und knapp 6 Milliarden verspekuliert.

Dieser Typ sollte hier seine falschen Thesen nicht ohne Kommentierung durch das Handelsblatt kundtun dürfen, auch wenn die Allianz noch so viele Anzeigen schaltet.

Im übrigen sind meine Kunden mit mir sehr zufrieden, ohne Plattform im HB: Lieber still und kundig als laut und dumm.

Account gelöscht!

01.06.2013, 18:28 Uhr

Ihr Geld auf der Bank ist in Gefahr :
EZB kann bereits auf jedes Konto zugreifen –
Abbuchungen wie in Zypern in Vorbereitung – gut hinsetzen und ansehen :

http://www.youtube.com/watch?v=0iLj7yWFN2k

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