Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.05.2014

10:34 Uhr

Kritische Anleger

Anleihemarkt boomt trotz Fusionen

Das Übernahmekarussell dreht sich und während Aktienanleger auf Kurssprünge warten, sehen Anleiheinvestoren die Fusionen kritisch. Schließlich verschulden sich die Firmen dadurch. Bonds kaufen sie trotzdem.

Der Chemiekonzern Bayer ist nur eines von vielen Großunternehmen, die derzeit beim Übernahmepoker mitmischen. Während Fusionen Aktienhändlern Profite bescheren, sorgen sich Anleihekäufer um die Fundamentaldaten der Firmen. dpa

Der Chemiekonzern Bayer ist nur eines von vielen Großunternehmen, die derzeit beim Übernahmepoker mitmischen. Während Fusionen Aktienhändlern Profite bescheren, sorgen sich Anleihekäufer um die Fundamentaldaten der Firmen.

FrankfurtOb Alstom, Bayer oder Holcim - dank niedriger Zinsen und voller Kassen dreht sich das Übernahmekarussell so schnell wie lange nicht. Während viele Aktienanleger auf deutliche Kurssprünge hoffen, verfolgen Anleihe-Investoren das Fusionsfieber mit wachsamen Auge. „Übernahmen sind tendenziell mit schmelzenden Bargeldbeständen und steigender Verschuldung verbunden und schüren damit die Angst vor Bond-Ausfällen”, sagt Kredit-Analyst Michael Köhler von der LBBW.

Noch sieht der Experte aber keinen Grund, deswegen die Finger von Unternehmensanleihen zu lassen. Die Übernahmewelle befinde sich noch in einer sehr frühen Phase, die Zukäufe erfolgten mit Augenmaß und die Summen hielten sich in den meisten Fällen in Grenzen, urteilt Köhler.

Geldanlage: So sparen die Deutschen

Platz 10

Festverzinsliche Wertpapiere: 8 Prozent
Bei den Geldanlagen der Deutschen gibt 2014 laut einer TNS-Umfrage deutliche Unterschiede zum Vorjahr. Mehr als 2000 Bürger über 14 Jahren nahmen an der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts zum Sparverhalten der Deutschen teil.
Quelle: Verband der privaten Bausparkassen

Platz 9

Aktien: 14 Prozent

Patz 8

Investmentfonds: 20 Prozent

Platz 7

Riester-Rente: 22 Prozent

Platz 6

Immobilien: 25 Prozent

Platz 5

Kurzfristige Geldanlagen: 32 Prozent

Platz 4

Renten- und Kapital-LV: 35 Prozent

Platz 3

Sparen auf Girokonto: 37 Prozent

Platz 2

Bausparvertrag: 37 Prozent

Platz 1

Sparbuch und Spareinlagen: 51 Prozent

Die beliebteste Geldanlage ist mit 51 Prozent zwar immer noch das Sparbuch. Es verzeichnete im Vergleich zu 2013 jedoch einen Rückgang um vier Prozentpunkte.

Nach Daten von Thomson Reuters hat das weltweite M&A-Volumen im Jahresvergleich bislang um 92 Prozent auf 1,46 Billionen US-Dollar angezogen. Rund 46 Prozent des Volumens entfallen auf Deals in Amerika, in Europa und der Region Asien-Pazifik sind es 32 beziehungsweise 19 Prozent.

Für Schlagzeilen sorgten zuletzt vor allem die Mega-Fusion der Baustoffkonzerne Holcim und Lafarge sowie das Ringen von Siemens und General Electric um den Industriekonzern Alstom. Rund ging es auch im Pharma-Sektor: Bayer kündigte Anfang Mai den Zukauf des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneien des US-Pharmakonzerns Merck & Co für 10,4 Milliarden Euro an. Dagegen scheiterte Pfizer mit einem über 100 Milliarden Dollar schweren Gebot für Astra-Zeneca.

Miraji Othman von der BayernLB geht davon aus, dass gerade in der Chemie- und Pharmabranche die Zahl der Übernahmen in den nächsten Monaten anziehen wird. Die Kombination aus einem schwachen organischen Wachstum, hohen Bargeldbeständen, soliden Kreditprofilen und einem ablaufenden Patentschutz bei vielen Produkten dürften weitere Akquisitionen folgen lassen, schreibt der Analyst in einer Kurzstudie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×