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30.01.2010

10:00 Uhr

K+S-Aktie

Vom Langweiler zum Star und zurück

VonChristian Schnell

Der Rohstoffhunger der aufstrebenden Länder hat die Aktie des Düngemittel- und Streusalz-Produzenten K+S lange zum Überflieger an der Börse gemacht. Um unglaubliche 1 106 Prozent ging es in den zehn Jahren von Anfang 2000 bis Ende 2009 nach oben. Jetzt kehrt sie zur Normalität zurück.

Der kalte Winter sorgt für eine große Streusalz-Nachfrage - und beschert dem Düngemittel- und Streusalz-Hersteller K+S steigendende Aktienkurse. dpa

Der kalte Winter sorgt für eine große Streusalz-Nachfrage - und beschert dem Düngemittel- und Streusalz-Hersteller K+S steigendende Aktienkurse.

FRANKFURT. Der Januar brachte dem Kasseler Düngemittel- und Streusalz-Hersteller K+S ungewohnte Medienpräsenz: Weil der Winter nach langer Zeit auch wieder mal als solcher zu bezeichnen ist, sich die Winterdienste der Kommunen aber mit zu wenig Streusalz eingedeckt haben, ist seit Wochen eine der bedeutendsten medialen Neuigkeiten, ob noch überall genügend Streusalz in den Depots liegt. K+S als der größte deutsche Produzent steht dabei stets im Mittelpunkt des Interesses.

Nun wäre es vermessen, den Erfolg der K+S-Aktie von Thermometerstand und Schneebericht abhängig zu machen. Die neue Popularität hat den Kurs dennoch in den ersten beiden Januar-Wochen um 15 Prozent nach oben getrieben. Ein Plus, das inzwischen aber wieder geschmolzen ist. Kein Wunder, sind doch weniger die Launen des Winters als der Rohstoffhunger der aufstrebenden Länder für den unglaublichen Aufstieg von K+S an der Börse verantwortlich.

Der Kurserfolg lässt sich nicht einfach wiederholen

Galt die Aktie, deren zwei Buchstaben einst für Kali und Salz standen, in der ersten Hälfte des vorigen Jahrzehnts bei Händlern und Investoren als „Langeweile pur“, so ging es anschließend schlagartig bergauf. Kunstdünger war plötzlich weltweit gefragt, die Preise dafür explodierten und mit ihnen der Kurs der K+S-Aktie. Um unglaubliche 1106 Prozent ging es in den zehn Jahren von Anfang 2000 bis Ende 2009 nach oben. Die Aktie ist damit die viertbeste in Deutschland hinter Solarworld (1792 Prozent), Bijou Brigitte (1357 Prozent) und Puma (1280 Prozent).

Dass sich so etwas nicht wiederholen lässt, darüber sind sich die Experten einig. 17 Analysten raten laut dem Informationsdienst Bloomberg sogar zum Verkauf der Aktie, während sie nur zwölf ihren Kunden zum Kauf empfehlen und neun eine neutrale Haltung einnehmen.

Stets geht es in den Einschätzungen darum, wie sich die Preise für Düngemittel entwickeln, wie es um die Nachfrage bestellt ist und ob eventuell künftig Konkurrenten aus den aufstrebenden Ländern einen großen Teil des Geschäftes machen werden. Von allen drei Fronten gab es im vergangenen Jahr heftigen Gegenwind. Das war der Grund, warum die Aktie nach der allgemeinen Erholung an den Märkten im Frühjahr schnell wieder abgestürzt ist.

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