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14.09.2012

19:20 Uhr

Kundenbevorzugung

SEC verdonnert NYSE zu Millionenstrafe

Weil die New York Stock Exchange bestimmte Kunden früher als andere mit Marktdaten beliefert hatte, muss sie nun ein Millionenbußgeld zahlen. Damit verhängte die US-Börsenaufsicht erstmals eine Strafe gegen eine Börse.

Die New Yorker Börse muss fünf Millionen Dollar zahlen. AFP

Die New Yorker Börse muss fünf Millionen Dollar zahlen.

New YorkDie traditionsreiche New York Stock Exchange ist erstmals in ihrer Geschichte von der US-Börsenaufsicht SEC zu einer Strafe verdonnert worden. Der Betreiber des weltberühmten Handelssaals an der Wall Street muss 5 Millionen Dollar (3,8 Mio Euro) zahlen, weil er nach Ansicht der SEC bestimmte Kunden zügiger als die Öffentlichkeit mit Marktdaten versorgt hatte.

Selbst ein winziger zeitlicher Vorsprung im Millisekunden-Bereich könne in den heutigen Märkten einen großen Vorteil bedeuten, sagte SEC-Chefermittler Robert Khuzami am Freitag in Washington. Der Börsen-Mutterkonzern NYSE Euronext erklärte, es habe sich um ein technisches Problem gehandelt, das inzwischen behoben sei. Von 2008 bis Mitte 2010 seien zwei firmeneigene Datenströme „minimal schneller“ beliefert worden als die allgemeine Datenleitung.

Es sei die erste verhängte Strafe gegen eine Börse überhaupt gewesen, teilte die SEC mit. NYSE-Konzernchef Duncan Niederauer versicherte, der Fehler sei nicht absichtlich passiert. Um die Sache aus der Welt zu schaffen, sind beide Seiten einen Vergleich eingegangen. Dabei räumte die Börse die Vorwürfe weder ein noch wies sie sie zurück. Das ist ein übliches Vorgehen.

Die Wurzeln der New York Stock Exchange reichen bis ins Jahr 1792 zurück. Im vergangenen Jahr hatte die Dachgesellschaft NYSE Euronext, zu der auch europäische Handelsplätze wie Paris gehören, mit der Deutschen Börse fusionieren wollen. Das Vorhaben war aber an den EU-Wettbewerbshütern gescheitert.

Von

dpa

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