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08.07.2015

14:51 Uhr

Kurssturz in China

Chinas Kampf gegen die Aktien-Blase

Die chinesischen Anleger hat Verkaufspanik erfasst. Panisch reagiert auch Chinas Regierung und und droht Aktienverkäufern mit Strafen. Nur eine von vielen Maßnahmen, den Crash zu stoppen. Ein Überblick.

Gebannt verfolgen chinesische Anleger die Entwicklung ihrer Aktien. Viele haben Kredite aufgenommen, um sie zu kaufen. Nun droht die Pleite. dpa

Börse Shanghai

Gebannt verfolgen chinesische Anleger die Entwicklung ihrer Aktien. Viele haben Kredite aufgenommen, um sie zu kaufen. Nun droht die Pleite.

PekingDer chinesische Aktienmarkt hat binnen drei Wochen rund ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Das ist der größte Einbruch seit mehr als zwanzig Jahren. Um den Ausverkauf zu stoppen, hat die chinesische Regierung eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, welche massiv in den Markt eingreifen. Die jüngste: Wer mehr als fünf Prozent der Aktien an einem Unternehmen besitzt, darf sie in den nächsten sechs Monaten nicht veräußern. Stattdessen sollten Großinvestoren wie Banken und Versicherer die Gunst der Stunde nutzen und ihre Anteile an börsennotierten Unternehmen ausweiten, erklärte das Finanzministerium der Volksrepublik am Mittwoch. Die Kurse seien „unterhalb eines angemessenen Niveaus". Seit es auf dem Aktienmarkt brodelt, gelten für die Investoren viele neue Regeln. Eine Chronik:

27. Juni: Die chinesische Zentralbank schraubt den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,85 Prozent herunter - die vierte Senkung seit November. Außerdem lockert sie die Vorgaben für Notenbank-Einlagen und gibt den Geschäftsbanken damit mehr finanziellen Spielraum für die Vergabe von Krediten. Börsianer werten diese Schritte als Reaktion auf den Ausverkauf an den Börsen.

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29. Juni: Einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums zufolge sollen staatlich gelenkte Pensionsfonds die Möglichkeit erhalten, bis zu 30 Prozent ihres Anlagevermögens in Aktien zu stecken. Damit könnten künftig umgerechnet bis zu rund 150 Milliarden Euro dorthin fließen. Die chinesische Börsenaufsicht kritisiert, das der „Markt schlechtgeredet” werde und ruft Anleger dazu auf, Ruhe zu bewahren.

Es kursieren Gerüchte über einen möglichen Stopp sämtlicher Börsengänge, ein Verbot von Aktienverkäufen durch institutionelle Anleger sowie eine Stempelsteuer auf Aktienverkäufe. Keine dieser Spekulationen bestätigen sich. Die Behörden genehmigen weiterhin Börsengänge. Einige Firmen kündigen Aktienrückkäufe an. Trotz der gelockerten Geldpolitik schließt der Shanghaier Leitindex zu Wochenbeginn 3,3 Prozent tiefer. Chinesische Medien sprechen vom „schwarzen Montag”.

Kommentare (1)

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08.07.2015, 16:34 Uhr

Nachdem die Zusicherungen finanzieller Vorteile nicht mehr verfangen, geht man zu Drohungen über, was auch nicht funktionieren kann.

Irgendwie erinnert das an die Lage auf dem Energiemarkt in Deutschland, wo die naiven per EEG ins Investment gelockten vor allem kleinen Investoren zunächst per staatlichen Zuschüssen, Abschreibungen bei der Stange gehalten wurden.
Nach der Reihe von Pleiten im EEG-Geschäft und den Billionen-Schadenersatzklagen (erstinstanzlich erfolgreich) der großen EON pp wird nun per Verpflichtungsgesetz der Steuerzahler zur unbegrenzten Subventionierung der energieträchigen deutschen Industrie insgesamt verdonnert.

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