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09.07.2015

09:45 Uhr

Kurssturz in China

Regierung stoppt den Ausverkauf

Mit Androhung von Strafen hat die chinesische Regierung den Kurssturz an den Aktienmärkten vorerst gestoppt. Der Shanghai Composite Index gewann am Donnerstag fast sechs Prozent. Doch Ökonomen geben keine Entwarnung.

Markus Koch Exklusiv

China-Börsen in der Zwangsjacke

Markus Koch Exklusiv: China-Börsen in der Zwangsjacke

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Um den Ausverkauf an den Aktienmärkten zu stoppen, griff die chinesische Regierung am Mittwoch zu drastischen Maßnahamen: Unter Androhung von Strafen verbot sie Großaktionären den Aktienverkauf. Wer mehr als fünf Prozent an einem Unternehmen hält, ist dazu verpflichtet, die Anteile noch eine halbes Jahr zu halten. Offenbar hatte der massive Markteingriff Erfolg, wie sich am Donnerstag zeigte: Nachdem der chinesische Leitindex, Shanghai Composite, zum Handelsbeginne um 3,8 Prozent einsackte, schaffte er die Wende und schloss 5,8 Prozent höher. Der Shenzhen Composite Index schloss 3,8 Prozent höher.

„Wir erleben heute einige positive Zeichen, aber wir sind weit von einem Sieg für die Retter entfernt”, sagte Analyst Du Changchun vom Finanzdienstleister Northeast Securities in Shanghai. Unterdessen nehmen die chinesischen Behörden nun auch die als „böse” bezeichneten Leerverkäufe ins Visier: Polizei und Börsenaufsicht starteten eine gemeinsame Untersuchung Geschäfte, bei denen Anleger auf fallende Kurse von Aktien, Währungen oder staatlichen Schuldpapieren setzen, die sie nicht besitzen.

Kurssturz  in China: Chinas Kampf gegen die Aktien-Blase

Kurssturz in China

Chinas Kampf gegen die Aktien-Blase

Die chinesischen Anleger hat Verkaufspanik erfasst. Panisch reagiert auch Chinas Regierung und und droht Aktienverkäufern mit Strafen. Nur eine von vielen Maßnahmen, den Crash zu stoppen. Ein Überblick.

Es sind nicht die einzigen Regierungseingriffe ins Börsengeschehen: Die Regierung in Peking hat bereits am Wochenende angekündigt, laufende Börsengänge auszusetzen, um so zu verhindern, dass Geld der Anleger in neue Aktien fließt und die Kurse bereits börsennotierter Unternehmen leiden. Dazu kam eine Geldspritze der Zentralbank „zur Stabilisierung des Marktes”. Außerdem sind inzwischen die Aktien von 1400 Unternehmen vom Handel ausgesetzt, schätzt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das ist etwa die Hälfte aller börsennotierten Firmen.

Kommentare (2)

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Frau Conny Müller

09.07.2015, 11:13 Uhr

Was der chinesische Markt braucht, seinen "institutionelle Anleger mit großen Brieftaschen und ruhigen Händen" - interessantes Interview mit Adrian Zuercher http://bit.ly/1UDIVID

Herr Helmut Metz

09.07.2015, 11:43 Uhr

Man lasse sich das einmal auf der Zunge zergehen: eine Regierung versucht mit Zwang, freie Entscheidungen der Marktteilnehmer zu verhindern (in diesem Falle die Erkenntnis vieler Marktteilnehmer, dass der PREIS zahlreicher chinesischer Aktien eklatant von ihrem WERT abweicht).
Marktwirtschaft ist also auch in China nur dann erwünscht, wenn die Konjunktur gut läuft (Boom), wenn nicht, zeigt das kommunistische Regime seine hässliche repressive Fratze:
http://www.zerohedge.com/news/2015-07-08/china-crash-protection-costs-hit-record-highs
Es wird nicht funktionieren. Es hat niemals funktioniert.
Durch Repression gewinnt man kein Vertrauen, sondern man zerstört es nachhaltig.

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