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06.09.2013

14:46 Uhr

Kurzläufer empfohlen

Die neue Zinsstrategie von Bill Gross

Fondsmanager Bill Gross rät dazu, jetzt Kurzläufer zu kaufen. Aktien seien keine so gute Wahl mehr. Zuletzt hatte den Star-Investor aus den Vereinigten Staaten jedoch das Glück verlassen. Welche Anleihen sich lohnen.

Die US-Notenbank hat eine Minderung der Bond-Käufe angekündigt: Derzeit erwirbt sie monatlich Anleihen im Umfang von 85 Mrd. Dollar. AFP

Die US-Notenbank hat eine Minderung der Bond-Käufe angekündigt: Derzeit erwirbt sie monatlich Anleihen im Umfang von 85 Mrd. Dollar.

Bill Gross von der Allianz-Tochter Pacific Investment Management (Pimco) rät zum Kauf von kurzlaufenden Staats- und Unternehmensanleihen. Diese dürften davon profitieren, dass die US-Notenbank ihren Leitzins nahe null halten will.

„Der sicherste Weg, den man jetzt einschlagen kann, sind keineswegs Aktien, sondern Anlagen, denen schon bald fast der alleinige Fokus der Zentralbanken gelten wird“, schreibt Gross, Manager des weltgrößten Anleihefonds, in seinem monatlichen Investmentausblick.

„Die Zentralbanker legen sich zunehmend auf längerfristige Ausblicke fest, die - wenn sie sich als verlässlich erweisen - den Finanzmärkten und Realwirtschaften erlauben, Pläne auf Sicht von mehreren Jahren zu machen.“

Im Dezember hatte Fed-Chef Ben Bernanke Neuland betreten, indem er den Zinsausblick mit der Entwicklung von Arbeitsmarkt und Inflation verknüpft hat. Mit dieser so genannten „Forward Guidance“ sichert die US-Notenbank den Finanzmärkten zu, dass die Geldpolitik in den USA über mehrere Jahre die Wirtschaft unterstützt - auch wenn die Anleihekäufe der Notenbank zurückgefahren werden.

Die US-Notenbank kauft derzeit monatlich Anleihen im Umfang von 85 Milliarden Dollar auf. Spekulationen, dass einer Minderung der Bondkäufe bereits bei der Sitzung am 17./18. September bevorstehen könnte, haben zu Unruhe an den Finanzmärkten geführt und die Renditen der US-Staatsanleihen in die Höhe getrieben.

In den vergangenen vier Monaten schrumpfte das Fondsvermögen des Pimco Total Return Fund, den Gross verantwortet, um 41 Milliarden Dollar. Grund war einerseits der hohe Kapitalabfluss andererseits schlugen auch Verluste zu Buche. Allein im August zogen Anleger 7,7 Milliarden Dollar ab. Das geht aus Angaben des Fondsresearchhauses Morningstar vom späten Mittwoch hervor.

Gross empfiehlt Anlegern zudem, in inflationsindexierte Staatsanleihen , so genannte TIPs, zu investieren. Damit könnten sich Investoren gegen das Risiko absichern, dass die expansiven Fiskal- und Geldpolitik letztendlich die Inflation befeuerten.

Pimco verwaltete zum 30. Juni ein Kapital von 1,97 Billionen Dollar.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.09.2013, 15:46 Uhr

Gross nutzt das HB zum regelmäßigen Äußern seiner Meinung. So weit so gut.
Da er aber in den letzten Monate mit seinem Fonds genau das Gegenteil von seiner öffentlich kundgetanen Meinung betrieb, läßt tief blicken.
Dumm, wenn das eigene Geschäft dann auch noch schiefgeht, nicht wahr Hr. Gross?

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