Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2011

11:32 Uhr

Längere Laufzeiten

Griechenland spielt beim Schuldendienst auf Zeit

VonGerd Höhler

Griechenland will nach Handelsblatt-Informationen seine Hilfskredite verlängern und Anleihen zurückkaufen. Nur so könne das hoch verschuldete Land den Rettungsplan stemmen. Erwogen wird offenbar auch ein freiwilliger Forderungsverzicht der Gläubiger.

Giorgos Papakonstantinou: Der griechische Finanzminister verhandelt über längere Kreditlaufzeiten. dpa

Giorgos Papakonstantinou: Der griechische Finanzminister verhandelt über längere Kreditlaufzeiten.

ATHEN. Eine Kombination aus Anleiherückkäufen und längeren Laufzeiten für Hilfskredite und begebene Staatsanleihen soll Griechenland in die Lage versetzen, seine Schulden nachhaltig zu bedienen und abzubauen. Das erfuhr das Handelsblatt von Personen, die mit dem Verlauf der Beratungen vertraut sind. In die Überlegungen seien neben der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auch Finanzminister führender Euro-Länder eng eingebunden.

Die Gespräche gehen von der Einsicht aus, dass Griechenland mit den bisherigen Hilfskrediten der Euro-Staaten und des IWF über 110 Milliarden Euro nicht über die Runden kommt. Insbesondere das hohe Refinanzierungsvolumen von jeweils über 70 Milliarden Euro in den Jahren 2014 und 2015 sei nicht zu stemmen, hieß es in den Kreisen. Es entspricht rund einem Viertel des griechischen Bruttoinlandsprodukts.

Laufzeiten sollen verlängert werden

Im Gespräch ist deshalb nun, die Laufzeiten der Hilfskredite von fünf auf 30 Jahre zu verlängern. Dies gehe auf einen Vorschlag von Bundesbankpräsident Axel Weber zurück, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Dadurch würde die Tilgung der Hilfskredite, die bisher 2018 abgeschlossen sein sollte, bis zum Jahr 2043 gestreckt.

Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou bestätigte am Montag der griechischen Zeitung "Ta Nea", man spreche über längere Laufzeiten. Bei den genannten 30 Jahren handele es sich aber nicht um einen offiziellen Vorschlag.

Die diskutierte Laufzeitverlängerung ist Teil eines Rettungskonzepts, das aus drei Elementen besteht: In einem ersten Schritt soll Griechenland mit zinsgünstigen Krediten des Euro-Rettungsfonds EFSF eigene Staatsanleihen zurückkaufen, die jetzt bei der EZB liegen. Die EZB hat in den vergangenen Monaten griechische Bonds im Nennwert von rund 61 Milliarden Euro zu Kursen von durchschnittlich 78 Prozent des Nennwerts aufgekauft, um die Kurse zu stützen.

Mit einem Rückkauf zum Kurs von 78 Prozent könnte Griechenland seine Verschuldung um etwa zwölf Milliarden Euro reduzieren. Das soll mit einem zinsgünstigen Kredit des EFSF bewerkstelligt werden.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Leertasche

01.02.2011, 12:59 Uhr

PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
Das Verb "spielen" ist für eine Überschrift zu diesem Thema schlecht gewählt. Wer "spielt" schon gerne 30 Jahre. Und wenn sich hier namentlich deutsche Wirtschaftsweise bzw. -begabte zu Worte melden, sollten auch Sie wissen, was die deutsche Nachfolgegeneration davon halten wird: Das neben dem Mut zur Wahrheit und zur Entschlußkraft nicht ein Funken Raum für insolvenzverschleppung und Hochverrat bleibt.
RiEN NE VA PLUS !

Wieder Betrug durch Griechen

01.02.2011, 14:15 Uhr

Nach vorsätzliche falschen Zahlen zur Erschleichung der EU-Mitgliedschaft und weiterhin vorsätzlich falschen Zahlen während der Mitgliedschaft sollte es niemanden wundern, wenn die Lügengriechen uns wieder einmal austricksen. Natürlich merkt das keiner unserer hochbezahlten Spitzenpolitiker und Spitzenbeamten :-)

PorscheFürAlle

01.02.2011, 14:39 Uhr

ich bin dafür, dass Deutschland es genauso macht: Wir verschulden uns über alle Maßen in extremen Langläufern und spendieren davon jedem Deutschen einen Porsche (ich hätte bitte gern einen 911 in schwarz).
Wenn keiner die Anleihen kaufen will, zwingen wir einfach die Griechen und die EU mit sanftem Druck und Verweis auf die europäische Finanzmarktstabilität dazu.

Und was dann in 30 Jahren passiert, ist mir ziemlich pupsegal - oder wie Keynes sagte: "in the long run we are all dead!"

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×