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01.02.2005

07:00 Uhr

Läuft der Verkauf der ersten WM-Tickets reibungslos, könnte die Aktie von CTS Eventim davon profitieren

Die Gewinner der Weltmeisterschaft

VonMarcus Pfeil (Handelsblatt)

Ab Dienstag können sich Millionen Fußballfans auf der Homepage des Weltfußballverbandes Fifa um die ersten 812 000 der insgesamt 3,2 Mill. Tickets für die WM 2006 in Deutschland bewerben. Dafür, dass die Server nicht zusammenbrechen, sorgt das Bremer Unternehmen CTS Eventim, das den lukrativen Auftrag zur Ticket-Vermarktung von der Fifa erhalten hat.

BERLIN. 30 Mill. Euro zusätzlichen Umsatz verspricht sich Klaus-Peter Schulenberg, Vorstandschef und Mehrheitsaktionär von CTS, vom Verkauf der begehrten Eintrittskarten. Das ist fast ein Fünftel des Umsatzes der ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2004. Im Gesamtjahr hat CTS geschätzte 35 Mill. Tickets verkauft – für Opern- und Theateraufführungen, Konzerte, die Formel 1 oder für Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Damit ist CTS Eventim Marktführer in Europa und hinter dem US-Firma Ticketmaster weltweit die Nummer zwei.

Vor Zinsen und Steuern dürfte CTS im Jahr 2004 mehr als 20 Mill. Euro verdient haben, rund 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für den Ergebnissprung ist vor allem der Ausbau des margenstarken Online-Verkaufs verantwortlich. Das Ergebnis der Onlinesparte explodierte um 236 Prozent. Kein Wunder, dass Schulenberg bis Ende 2006 die Hälfte aller Tickets im Netz verkaufen und so die Bruttomarge von derzeit rund 16 Prozent auf dann 25 Prozent treiben will. Und weil jeder Prozentpunkt oder 150 000 zusätzlich im Web verkaufte Tickets Schulenberg zufolge einen Bruttoertrag von einer Mill. Euro bringen, verdichten sich die Gerüchte, dass CTS seine Aktionäre demnächst mit einer Dividende erfreuen werde.

Die Aktie scheint derlei rosige Aussichten indes vorweggenommen zu haben. 2004 gehörte sie mit einem Kursgewinn von 80 Prozent zu den Besten im Nebenwerteindex SDax. Und seit Jahresbeginn stieg sie um weitere zehn Prozent. Zwar bewerten Analysten die Aktie im Bereich von 23 Euro fair – aktueller Kurs: 21 Euro –, allerdings dürften sowohl die WM 2006 als auch die verbesserten Margen im Kurs enthalten sein. Selbst wenn Schulenberg seine Expansionspläne wahr macht – der CTS-Chef hat mehrfach angekündigt, in Spanien, in der Schweiz und in Belgien für insgesamt zehn Mill. Euro zukaufen zu wollen –, dürfte das den Kurs kaum beflügeln. Auch, weil das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Jahr mit 23 alles andere als günstig ist.

Mit der Aktie geht es nur dann nach oben, wenn der Ticketverkauf für die WM 2006 ohne technische Malheurs über die Bühne geht. Dann winken CTS Eventim Folgeaufträge, etwa für die Olympischen Spiele in Peking im Jahr 2008, bei der Fußball-EM in Österreich und in der Schweiz im gleichen Jahr oder sogar als zentraler Ticketverkäufer der Fußball-Bundesliga. Doch immer hübsch der Reihe nach: erstmal muss CTS den anstehenden Großauftrag zur Zufriedenheit der Fußballfans erfüllen.

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