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01.09.2014

17:49 Uhr

Laufzeit von 50 Jahren

Spanien gibt Staatsanleihen aus

Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 50 Jahren brachten dem spanischen Staat eine Milliarde Euro in die Kasse. Madrid will einen Nutzen aus der günstigen Situation auf den Kapitalmärkten ziehen.

Staatsanleihen mit langer Laufzeit spülten Spanien eine Milliarde Euro in die Kasse. dpa

Staatsanleihen mit langer Laufzeit spülten Spanien eine Milliarde Euro in die Kasse.

MadridSpanien hat erstmals Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 50 Jahren ausgegeben. Wie das Madrider Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte, brachte die Anleihe dem Staat eine Milliarde Euro in die Kasse. Sie ist mit vier Prozent im Jahr verzinst und wird im Oktober 2064 fällig. „Die Anleihe stellt das wachsende Vertrauen der Anleger in die Erholung der spanischen Wirtschaft unter Beweis“, betonte das Ministerium.

Madrid will Nutzen aus der günstigen Situation auf den Kapitalmärkten ziehen. Die als richtungsweisend geltenden Zinsen für zehnjährige Anleihen sind auf einen historischen Tiefststand von etwa zwei Prozent gesunken. Allerdings hat auch das Gesamtvolumen der Staatsschulden in Spanien ein Rekordniveau erreicht. Es überschritt kürzlich die Marke von einer Billion Euro, was etwa 98,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.


Von

dpa

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