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05.02.2004

09:06 Uhr

Lebensqualität und Umweltschonung erhöhen Experten zufolge die Bonität von Staatsanleihen

Nordeuropäische Bonds liegen im Öko-Rating vorn

VonSusanne Bergius

Länder mit umwelt- und sozialverträglichen Gesellschaftsstrukturen vermeiden langfristig Risiken. Das wirkt sich auf Dauer positiv auf Staatsverschuldung und Bonität von Staatsanleihen aus. Diese These sieht die Schweizer Bank Sarasin mit ihrem Länderrating nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien bestätigt.

BRÜSSEL.„Die Staatsanleihen der Länder mit der besten Nachhaltigkeitsbewertung haben ein sehr gutes Finanzrating, und auch ihre Konkurrenzfähigkeit wird positiv beurteilt“, sagt Analystin Michaela Collins.

Norwegen und Schweden sind die Spitzenreiter, gefolgt von Österreich, Dänemark, Japan, den Niederlanden und der Schweiz. Deutschland liegt im oberen Mittelfeld. Nicht zu empfehlen sind dem Nachhaltigkeitsrating zufolge Staatsanleihen aus den USA, Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei, Mexiko, Frankreich und Australien.

Immer mehr Anleger wollen sich nicht mehr nur auf klassische Finanzratings stützen. Das berichten Vermögensverwalter wie Morgan Stanley sowie Sarasin SAM aus der Schweiz. Vor allem Institutionelle fragten nach Rentenprodukten mit ökologischen und sozialen Kriterien, sagt Walter Kahlenborn, Vorstandschef des Verbandes Forum Nachhaltige Geldanlagen. „Der Ansatz sozial verantwortlichen Investierens ist geeignet, auch Staatsanleihen nach nachhaltigen Kriterien zu beurteilen“, meint Holger Desch, Geschäftsführer von Delta Lloyd Investment Managers.

Sarasin gibt eine Orientierung für die 27 Industriestaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Bank misst zuerst die Belastung von Umwelt und Gesellschaft. Dazu gehören die Häufigkeit persönlicher Notlagen, Drogenkonsum, Korruption, Kriminalität und Selbstmorde sowie Energieverbrauch, Luft-, Wasser- und Bodenbeanspruchung und Artenvielfalt. Anschließend wird beurteilt, wie effizient Länder mit natürlichen, sozialen und wirtschaftlichen Ressourcen umgehen und dazu beitragen, dass steigende Lebensqualität und materieller Wohlstand nicht mehr zu höherer Umweltbelastung führen.

Die Lebensweise der Skandinavier sorge für ein gutes materielles Auskommen und belaste Mensch und Umwelt relativ wenig, so das Fazit. Deutschland erhält dank überdurchschnittlicher Ergebnisse im Umweltbereich einen guten Platz – trotz Bildungsmisere, hoher Arbeitslosigkeit, wachsender sozialer Gegensätze und rasant steigender Staatsschuld

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