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12.02.2004

16:13 Uhr

Leitindex der Börse in Budapest erreicht wieder alte Rekordhöhen - Staat setzt Privatisierungswelle fort

Wirtschaftsaufschwung beflügelt ungarische Börse

VonReinhold Vetter (Handelsblatt)

Der 28. Januar 2004 wird als historisches Datum in die Geschichte der ungarischen Wertpapierbörse eingehen. Denn seit diesem Tag bewegt sich der Leitindex BUX oberhalb der magischen Schwelle von 10 000 Punkten, die er zuletzt vor knapp vier Jahren überschritten hatte.

BUDAPEST. Das entspricht einem Wertzuwachs von gut 20 % in den letzten 13 Monaten. Seit Anfang des Jahres stieg etwa der Aktienkurs des Pharmaproduzenten Richter um über 7 %, die Spar- und Geschäftsbank OTP verbesserte sich um mehr als 3 %, der Ölkonzern Mol und die Telekomgesellschaft Matav stiegen um 1 %.

Es hat Tradition, dass der ungarische Aktienmarkt das neue Börsenjahr mit Schwung beginnt. Für ein gewisses Gefühl der Sicherheit bei den Anlegern sorgt zudem die Tatsache, dass sich die großen Börsengesellschaften zunehmend auf dem internationalen Markt tummeln. So verhandelt Mol über eine Fusion mit dem polnischen Energiekonzern PKN Orlen. Der neue Finanzminister Tibor Draskovics wies in seiner ersten Lageanalyse außerdem darauf hin, dass sich das Interesse der Investoren stärker von den festverzinslichen Staatspapieren auf Aktien verlagert habe. Auch die guten Jahresergebnisse besonders der OTP-Bank dürften eine Rolle gespielt haben. Schließlich wirkt der EU-Beitritt Ungarns am 1. Mai 2004 als stabilisierendes Element.

Die Perspektiven der wichtigsten ungarischen Börsengesellschaften sind nicht in erster Linie von der Konjunkturentwicklung im Westen abhängig, auch wenn die erkennbare Erholung in den EU-Staaten generell den ungarischen Export fördert. Mol, Matav, und OTP, Richter und Egis profitieren vorrangig vom Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa. Und der BIP-Zuwachs liegt in dieser Region, wie besonders das Beispiel Polen mit 3,5 % zeigt, deutlich über den Werten im Westen. Mol und andere exportieren zunehmend Kapital in Länder wie Rumänien, Kroatien und die Slowakei, weil ihnen der einheimische ungarische Markt zu eng wird. Sie müssen über die Grenzen gehen, um ihre Profitmargen zu halten oder zu erhöhen.

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