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20.08.2015

16:46 Uhr

Leitzinserhöhung erwartet

Pimco mag europäische Bankanleihen

Alle warten auf den Tag, an dem Fed-Präsidentin Janet Yellen die Zinswende ausruft. Die Investmentgesellschaft Pimco bereitet sich schon einmal vor – mit ganz speziellen Bankanleihen.

Der US-Anleihemanager will der US-Zinswende vorbeugen. Reuters

Pimco

Der US-Anleihemanager will der US-Zinswende vorbeugen.

SydneyDem US-Anleihemanager Pimco gefallen europäische Bankanleihen: Sie dienen einerseits als Kapitalpuffer und können andererseits in Zeiten von Stress aufgezehrt werden. Pimco, dessen Anlagevolumen derzeit bei 1,5 Billionen Dollar liegt, locken die höheren Renditen der von europäischen Banken emittierten Anleihen, wie Executive Vice President Anthony Crescenzi darlegt.

Die Bestrebungen der Finanzinstitute, nach der globalen Finanzkrise sicherer zu werden, seien bereits sichtbar. Insofern sinke auch das Risiko, dass die Emittenten in eine Schieflage geraten und abgeschrieben werden müssten, sagte er.

„Wir sehen, dass sich viele Banken in Europa auf ein eher traditionelles Geschäftsmodell zurückbesinnen – weg von Modellen, die sie in der Finanzkrise in Schwierigkeiten gebracht haben“, erklärte Crescenzi in einem Interview mit Bloomberg in Sydney.

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Bill Gross hat eingeräumt, bei seiner Wette gegen deutsche Staatsanleihen versagt zu haben. Einem guten „Timing” stehe eine „schlechte Ausführung” entgegen, bekannte der Anleihepapst in seinem Investoren-Brief.

„Viele Banken haben sich Ziele gesetzt, ihre Eigenkapitalquoten mehr und mehr und mehr zu erhöhen.“ Das sei gut beispielsweise für Contingent Convertible Bonds (CoCos), die bei zu niedrigen Kapitalquoten automatisch von Fremd- in Eigenkapital gewandelt werden. „Das wird aber unserer Einschätzung nach nicht erreicht werden.“

Angesichts der weltweit niedrigen Anleiherenditen sind die Investoren auf ihrer Jagd nach höheren Erträgen zunehmend bereit, das Risiko von Verlusten einzugehen. Pflichtwandelanleihen oder CoCos haben dieses Jahr bislang 5,6 Prozent eingebracht, während Unternehmensanleihen global nur auf 0,5 Prozent Ertrag kommen, wie Index-Daten von Bank of America Merrill Lynch zeigen.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Mit der Federal Reserve auf dem Weg, die US-Zinsen erstmals seit der weltweiten Finanzkrise anzuheben, investiere Pimco in Instrumente, die vor einer Aufwärtsbewegung der Zinsen eher geschützt seien, sagte Crescenzi weiter.

Außer den europäischen Bankanleihen mit Kapitalbezug zählt der Vermögensverwalter auch US-Hypothekenanleihen, die nicht von staatlichen Emittenten wie Fannie Mae and Freddie Mac begeben wurden, zu dieser Kategorie – auch wenn beide Anleihetypen nicht so einfach zu handeln seien wie andere Instrumente.

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