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02.04.2015

13:13 Uhr

Lufthansa

Analystenkommentare lähmen Unternehmen

Streiks, der Absturz der Germanwings-Maschine und Konkurrenzdruck: Die Aktien der Deutschen Lufthansa haben derzeit eine Tiefstand erreicht. Grund dafür sind kritische Kommentare von Analysten.

Barclays stufte die Titel herunter auf „Equal Weight“. dpa

Germanwings - Lufthansa

Barclays stufte die Titel herunter auf „Equal Weight“.

FrankfurtKritische Analystenkommentare haben den Aktien der Deutschen Lufthansa am Donnerstag zu schaffen gemacht. Die im Dax gelisteten Titel verloren bis zu 3,3 Prozent auf 12,62 Euro – sie notierten damit auf dem tiefsten Stand seit knapp fünf Monaten. Die Lufthansa kämpfe mit Unsicherheiten an vielen Fronten, schrieben die Analysten von Barclays in einem Kommentar. Dazu zähle unter anderem die Tarifauseinandersetzung mit den Piloten. Barclays stufte die Titel herunter auf „Equal Weight“ von „Overweight“ und setzte das Kursziel auf 13,80 (18) Euro.

Das Brokerhaus Raymond James geht davon aus, dass die Piloten-Streiks, der Absturz der Germanwings-Maschine und die zunehmende Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet auf dem Ergebnis des Konzerns lasten dürften.

Unfälle bei der Lufthansa

1959: LH502

Auf dem Linienflug von Hamburg nach Buenos Aires will die Lufthansa-Maschine am 11. Januar 1959 einen Zwischenstopp im brasilianischen Rio de Janeiro machen. Doch kurz vor der Landebahn stürzt der Flieger vom Typ Lockheed Super Constellation ins Meer. Als Ursache wird später ausgemacht, dass die Maschine zu tief sinkt. Die 29 Passiere und sieben der zehn Mitarbeiter sterben bei dem Unglück. Es ist der erste Absturz in der Lufthansa-Geschichte. Die Airline war erst 1954 gegründet worden.

1966: LH005

Bei einem Flug von Frankfurt nach Hamburg versucht der Flug LH005 eine Zwischenlandung in Bremen. Der Pilot startet außerplanmäßig kurz vor der Landung durch, wohl auch, weil der Rückenwind für den Landeanflug zu stark war. Die Maschine stürzt kurz hinter dem Bremer Flughafen ab, alle 42 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder sterben.

1973: LH645

Beim Landeanflug auf Neu Delhi in Indien stürzt eine Lufthansa-Boeing 707 ab. Bei nebligem Wetter schlägt die Maschine noch vor der Landebahn auf und brennt aus. Die Insassen können alle rechtzeitig gerettet werden.

1974: LH540

Der Flug LH540 soll auf der Strecke von Frankfurt nach Johannesburg in Südafrika in Nairobi zwischenlanden. Kurz nach dem Start vom Flughafen der kenianischen Hauptstadt stellen sich Vibrationen ein, die Crew reagiert, doch die Geschwindigkeit verringert sich, die Piloten können die Maschine nicht länger in der Luft halten. Der hintere Teil des Flugzeugs bricht ab und fängt Feuer. Gerade im hinteren Teil sterben viele Menschen. Insgesamt kommen 59 Menschen von 157 Passagieren und Besatzungsmitgliedern bei dem Unglück ums Leben. 73 der 98 Überlebenden weisen kaum Verletzungen auf.

1979: LH527

Alle drei Insassen sterben beim Absturz einer Lufthansa-Boeing nahe Rio de Janeiro. Die Fluglotsen reagierten nicht rechtzeitig, als das Flugzeug in zu hoher Geschwindigkeit in die Nähe der Berge gerät.

1988: Flug 3782

Die Lufthansatochter Condor fliegt von Stuttgart nach Izmir. Doch die Piloten verlieren die Orientierung. 18 Kilometer vor dem türkischen Flughafen kollidieren sie mit einem Hügel, das Flugzeug bricht auseinander. Die fünf Crew-Mitglieder sowie die elf Insassen sterben.

1993: LH5634

Das Unglück ereignet sich beim Linienflug der Lufthansa CityLine, der von der Fluggesellschaft Contact Air betrieben wurde, von Bremen nach Paris. Am 6. Januar 1993 sperrt der Pariser Flughafen eine Landebahn, nachdem ein Flugzeug der Korean Air mit einem Triebwerk den Boden berührt hat. Der Flug LH5634 soll daraufhin auf die parallele Landebahn ausweichen. Wenige Minuten nach einem Funkspruch des Fluglotsen verschwindet die Maschine vom Radar. Sie wird später etwa einen Kilometer entfernt von der Landebahn gefunden. Von den 24 Menschen an Bord sterben vier, darunter ein Kind. 14 werden verletzt.

1993: LH2904

Ein Linienflug nach Warschau verunglückt am 14. September 1993 bei der Landung. Die Maschine A320-211 rutscht über die Landebahn hinaus und geht nach einem Aufprall in Flammen auf. Grund für die Schwierigkeiten sollen Scherwinde gewesen sein. Zwei Menschen sterben, von den 68 Überlebenden erleiden 62 schwere Verletzungen.

1999: LH8533

Nach dem Start in Kathmandu in Nepal kollidiert die Maschine, betrieben von der Lufthansa-Tochter Cargo India, fünf Minuten nach dem Start mit den Bergen. Als Ursache wird später die zu niedrige Höhe des Flugzeuges ausgemacht. Fünf Menschen kommen ums Leben.

2015: 4U9525

Eine Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings stürzt am 24. März über den französischen Alpen ab. Mindestens 150 Menschen sollen auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ums Leben gekommen sein, unter den Toten werden viele Deutsche vermutet. Es ist der größte Unfall in der Geschichte der Lufthansa.

Die Experten setzten ihre Schätzung für das Ebit in diesem Jahr auf 1,3 Milliarden nach zuvor 1,5 Milliarden Euro herunter, bekräftigten aber ihre Bewertung der Aktien mit „Market Perform“.

Die Lufthansa-Aktie hinkt dem Gesamtmarkt hinterher und hat seit Jahresbeginn 5,6 Prozent an Wert eingebüßt. Der Dax kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von 22,4 Prozent.

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