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21.01.2011

05:50 Uhr

Märkte in Asien

Nikkei tief im Minus, Chinas Anleger werden mutiger

Nachdem die strengere Geldpolitik der chinesischen Regierung jetzt klar auf dem Tisch liegt, treten die Anleger in Tokio den Rückzug an. Bergbau- und Energiewerte verlieren deutlich. In Schanghai trauen sich die Investorendagegen an den Aktienmarkt zurück.

Anleger in Shanghai: Warten auf den Zinsschritt.

Anleger in Shanghai: Warten auf den Zinsschritt.

fmk/HB TOKIO. Die Aussicht auf eine Drosselung des Wirtschaftswachstums in China hat am Freitag an den asiatischen Aktienmärkten für Ernüchterung gesorgt. Die maßgeblichen Indizes lagen größtenteils im Minus. Investoren gehen davon aus, dass die Volksrepublik mit weiteren geldpolitischen Straffungen einer konjunkturellen Überhitzung sowie dem Preisauftrieb entgegenwirken dürfte.

Genährt wurden diese Erwartungen von den am Donnerstag vorgelegten Wachstums- und Inflationsdaten. Demzufolge legten zuletzt sowohl das chinesische Bruttoinlandsprodukt als auch die Verbraucherpreise überraschend stark zu. Zügelt die weltweite Konjunkturlokomotive China die heimische Wirtschaft, würden dies auch viele ausländische Unternehmen zu spüren bekommen. Insbesondere würde der Rohstoff- und Energiehunger des Landes nachlassen. Daher standen zum Wochenschluss Öl- und Bergbauwerte unter Druck.

In Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 1,6 Prozent tiefer auf 10 275 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,8 Prozent auf 911 Zähler.

Börsianer sprachen von Anzeichen für einen Stimmungsumschwung, nachdem der Tokioter Markt seit November 13 Prozent zugelegt hatte. „Ich wäre nicht überrascht, wenn er vor einer Korrektur stünde“, sagte Aktienstratege Takashi Hiroki von Monex Inc. Eine Konsolidierung erwartet auch Mitsuo Shimizu von Cosmo Securities. „Aber das ist kein Anlass zu großer Sorge“, fügte er hinzu. Nach der Korrektur würden die Kurse wahrscheinlich wieder zulegen.

Unter den Einzelwerten stand in Tokio der Bergbau-Sektor im Fokus. Mitsubishi Corp verloren 4,5 Prozent, Mitsui & Co 3,3 Prozent. Die Aktien der Öl- und Gasentwicklungsgesellschaft Inpex Corp<1605.T) gaben 3,2 Prozent nach. Im Plus lagen dagegen NEC Corp. Der Kurs von Japans größtem PC-Hersteller stieg um 2,1 Prozent. Börsianer begrüßten die Nachricht, dass das Unternehmen mit dem chinesischen Lenovo-Konzern über ein Joint Venture spricht.

Im Minus lagen auch die Marktbarometer in Hongkong, Taiwan, Singapur und Seoul. Deutlich höher notierte ausgerechnet die Börse in Schanghai. Der Shanghai Composite Index stieg um 1,5 Prozent. Beflügelt wurde sie von deutlichen Kursgewinnen chinesischer Baukonzerne.

Analysten warnen jedoch, dass die Erholung kurzfristig ausfallen könnte. "Die Rally spiegelt die Erwartung wider, dass es an diesem Wochenende nicht schon wieder einen Zinsschritt gibt", sagt Li Jun von Central China Securities der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Solange die Notenbank nicht die wirkliche wichtigen Zinssätze anpackt, bleibt Volalitität im Markt." Die nächste Zinserhöhung erwarten Analysten nun Anfang Februar.

An den fernöstlichen Devisenmärkten legte der Euro 0,1 Prozent zu auf 1,3486 Dollar. Händler verwiesen auf erfolgreiche Anleihenplatzierungen der hoch verschuldeten Euro-Länder Portugal und Spanien. Zudem werde am Markt eine Stärkung des Euro-Rettungsschirms erwartet. Weitere Handelsimpulse könnte im Handelsverlauf der Ifo-Geschäftsklima-Index liefern.

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