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27.04.2015

18:06 Uhr

Märkte in Europa

Hoffnung aus Hellas-Lösung beflügelt Börsen

VW-Titel setzen sich an die Dax-Spitze, die Deutsche Bank enttäuscht ihre Anleger mit Umbauplänen und die HSBC denkt über eine Abspaltung des Privatkundengeschäfts nach. Der Tag an Europas Börsen.

Händler in Frankfurt freuen sich über mehr als 12.000 Punkte beim Dax. dpa

An der Börse Frankfurt

Händler in Frankfurt freuen sich über mehr als 12.000 Punkte beim Dax.

FrankfurtNeue Hoffnungen auf eine Einigung im griechischen Schuldenstreit haben den europäischen Börsen am Montag Auftrieb gegeben. Zusätzlicher Schub kam von der Wall Street, die auf neue Höchststände kletterte. Adam Sarhan zufolge, dem Chef des Vermögensberaters Sarhan Capital, ist nach der Serie enttäuschender US-Konjunkturdaten und -Firmenbilanzen der vergangenen Wochen eine baldige Zinserhöhung der Notenbank Fed vom Tisch.

Der Dax verabschiedete sich am Montag mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 12.039,16 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 legte 1,5 Prozent auf 3769,52 Zähler zu. Der breit gefasste US-Index S&P 500 markierte mit 2125,92 Stellen den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch. Dem technologielastigen Nasdaq fehlten mit 5119,83 Punkten nur noch etwa 15 Zähler bis zu einer neue Bestmarke.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Genährt wurden die Griechenland-Spekulationen Börsianern zufolge von einem Bericht in der Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung. Dem zufolge will die Athener Regierung ihren europäischen Geldgebern mit neuen Reform-Vorschlägen entgegenkommen, um die drohende Staatspleite abzuwenden. Außerdem soll zukünftig statt des umstrittenen Finanzministers Yanis Varoufakis der Vize-Außenminister Euclid Tsakalotos die Verhandlungen führen. „Das ist das, was Anleger hören wollen“, sagte ein Börsianer. Außerdem seien sie offenbar der Ansicht, dass die Kursverluste der vergangenen Wochen eine ausreichende Basis für einen erneuten Anstieg seien. Das nächste Dax-Ziel sei die 12.200er Marke.

Der Athener Leitindex stieg am Montag um 4,4 Prozent und der Bankenindex sogar um 9,3 Prozent. Auch griechische Staatsanleihen waren wieder gefragt. Dies drückte die Rendite der zweijährigen Titel, die zuvor auf knapp 27 Prozent gestiegen war, auf 22,515 Prozent. Der Euro erholte sich ebenfalls und kostete 1,0895 Dollar nach 1,0872 zum New Yorker Freitagsschluss. Im Gegenzug bröckelte der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, um zehn Ticks auf 159,19 Punkte ab.

Tag an den Börsen

Nach schwachem Wochenstart: Dax springt wieder über 12.000

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Für reichlich Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett sorgte auch die Zukunft von Volkswagen nach dem Ende der Ära Piech. „Die Anleger hoffen, dass jetzt wieder Ruhe in den Konzern einkehrt,“ sagte ein Börsianer. Kapitalmarkt-Experte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser traute dem Frieden allerdings nicht. „Es ist doch sehr fraglich, ob sich Piech wirklich schon geschlagen gibt.“ Der 78-Jährige werde weiterhin versuchen, im Hintergrund die Strippen zu ziehen. VW-Titel schlossen 5,3 Prozent fester auf ihrem Tageshoch 245,45 Euro.

Deutsche Bank brachen dagegen um 4,6 Prozent auf 30,13 Euro ein und waren damit der einzige Verlierer im Dax. Die angekündigte Schrumpfkur konnte Anleger nicht überzeugen. Die Tochter Postbank soll verkauft und das eigene Filialnetz deutlich ausgedünnt werden. „So grandios ist das nicht, was die Deutsche Bank da angekündigt hat. Einige hatten sich noch drastischere Einschnitte erhofft, wie die Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts“, sagte ein Börsianer.

Dieses Szenario spielt der „Sunday Times“ zufolge Konkurrent HSBC durch. Die Ausgliederung des britischen Privatkundengeschäfts hätte ein Volumen von umgerechnet 28 Milliarden Euro. Die Papiere der Großbank stiegen daraufhin an der Londoner Börse um bis zu 4,6 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 658,9 Pence. In New York brachen Applied Materials um bis zu neun Prozent ein. Zuvor hatte der Chip-Ausrüster seine Pläne für eine Fusion mit Tokyo Electron wegen kartellrechtlicher Bedenken ad acta gelegt.

Von

rtr

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