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01.03.2012

09:25 Uhr

Marc Faber im Interview

„Der ehrliche Sparer wird die Zeche zahlen“

VonIngo Narat

Marc Faber schimpft auf die Politik des Gelddruckens. Das Geld der Notenbanken komme nicht in der Realwirtschaft an, sondern führe zu Inflation. Der ehrliche Sparer sei der Dumme, meint der bekannte Börsenguru.

Der Schweizer Investor Marc Faber. picture alliance / dpa

Der Schweizer Investor Marc Faber.

Handelsblatt: Herr Faber, die EZB hat mit dem neuen Tender wieder Milliarden ins Bankensystem gepumpt. Wird das gegen die Schuldenkrise helfen?

Marc Faber: Nein, es verschiebt die Probleme nur in die Zukunft. Ich habe mich immer gegen diese Politik des Gelddruckens gewehrt. Die Notenbanken in vielen Ländern verwässern nur das Geld, es verliert an Kaufkraft. Inflation ist nicht zu vermeiden.

Für Ihre Verhältnisse ist die Antwort zurückhaltend.

Ich sage schon seit längerem: Leute wie der US-Notenbankchef Ben Bernanke und Präsident Barack Obama sind Akademiker und Clowns. Sie haben mit ihren Ausgabenprogrammen und der Niedrigzinspolitik die Kreditblase erst geschaffen. So sind die Politiker mitverantwortlich für die Krise. Und genau die präsentieren sich jetzt als Retter.

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Erreicht das Geld der Notenbanken sein Ziel nicht?

Es sollte in der Realwirtschaft ankommen. Aber das tut es nicht. Am Ende werden die ehrlichen Sparer und die Besitzer von Anleihen die Zeche zahlen. Inflation entwertet ihre Vermögensbestände.

Und was wird aus dem Finanzsystem?

Es ist im Verhältnis zur Realwirtschaft zu groß geworden. Als ich Anfang der 70er-Jahre zu arbeiten begann, haben die Investmentbanker noch mit ihrem Vermögen gehaftet. Heute spekulieren die Banker mit anderer Leute Geld – risikolos. Eine Deutsche Bank beispielsweise ist heute ein Hedge-Fonds ohne Verlustrisiko. Warum? Weil die Bank im Zweifel vom Staat gerettet wird. Wir brauchen wieder ein Trennbankensystem.

Kommentare (34)

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Account gelöscht!

01.03.2012, 09:42 Uhr

Das ist doch alles gar kein Problem.
Da die Aktienindizes schon bald ihren Höchststand erreicht haben, werden wir nicht die "Greater Fools" sein, die in das fallende Messer greifen.
Wir entgehen der Inflation, indem wir Gold und Silber kaufen.
Und sonst nichts.

keeper

01.03.2012, 09:45 Uhr

"Das Geld der Notenbanken komme nicht in der Realwirtschaft an, sondern führe zu Inflation"

Wie soll das denn funktionieren?

- entweder, das Geld wird nachfragewirksam und preistreibend -> dann kommt das Geld in der Realwirtschaft an und es kommt zur Inflation;

oder: das Geld kommt nicht in der Realwirtschaft an, treibt somit keine Preise durch steigende Nachfrage, und es kommt nicht zur Inflation.

Möglich wäre natürlich:
Das Geld kommt nicht in Deutschland in die Realwirtschaft, sondern in den Emerging Markets, treibt dort eine Lohn-Preisspirale und somit die Rohstoffpreise.

... das passt dann auch ins Konzept des gewünschten globalen Einheitsbrei - "Deutschland" und "China" treffen sich irgendwo in der Mitte.
Gut für die Bevölkerung der emerging Markets - schlecht für jene in den alten Industrienationen.

Wobei "Bevölkerung" natürlich stark gespalten ist:
die einen schufften und verarmen - die anderen kassieren ab. immer.

Account gelöscht!

01.03.2012, 09:52 Uhr

Da die Staatsschulden nicht bezahlbar sind werden sie kontrolliert weginflationiert. So will es die Fed und die EZB macht es nach. Die Banken werden aber auch weiter mit dem Geld zocken und Aktien wie Rohstoffe werden steigen. Ein Armutszeugnis der Politiker die zum Werkzeug der Zocker geworden sind.

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