Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.02.2013

13:36 Uhr

Marktanalyse

Warum Unternehmen sich vor Börsengängen drücken

Facebook floppte vergangenes Jahr beim Börsengang. Die Stimmung für Börsengänge war miserabel. Doch LEG hat das Eis gebrochen. Trotzdem scheuen Unternehmen den Börsengang. Analysten warnen vor Überraschungen.

Apps mit den Namen Facebook und Aktien. Das Netzwerk floppte beim Börsengang. dapd

Apps mit den Namen Facebook und Aktien. Das Netzwerk floppte beim Börsengang.

FrankfurtEigentlich müsste jetzt alles ganz schnell gehen. Der erste Börsengang dieses Jahres - der der LEG Immobilien AG - hat geklappt. Die Börsen in Deutschland notieren nahe ihren Höchstständen, die Schwankungen der vergangenen Jahre sind verschwunden - höchste Zeit, um ebenfalls den Sprung an den Aktienmarkt zu wagen. Denn das Klima kann schnell umschlagen.

Aber Experten rechnen jetzt nicht mit einer Welle von Börsengängen. Denn die heißesten Anwärter können nicht oder sie wollen noch nicht. „Es fällt mir schwer einzuschätzen, wer der nächste Börsenkandidat aus Deutschland sein könnte. Die meisten Anwärter peilen eher das zweite Halbjahr an“, sagt ein Banker, der sich seit Jahren mit großen Emissionen beschäftigt und nicht genannt werden will.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Bis die Börsenkandidaten so weit sind, kann allerdings viel passieren: Schon schwappen wieder Ängste vor einem Aufflammen der Euro-Krise an die Frankfurter Börse. Mitte Februar wird in Italien gewählt, und im März drohen am Haushaltsstreit in den USA - der „Fiskalklippe“ - einmal mehr viele Börsenträume zu zerschellen. Doch vorher an die Börse zu gehen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Denn die Geschäftszahlen für 2012 sind längst nicht fertig - darauf basiert der Börsenprospekt. „Von den Zahlen her ist es schwer, vor Ostern zu kommen“, sagt ein Börsengangs-Berater.

LEG hatte kurzerhand die Neun-Monats-Zwischenbilanz dafür verwendet und war Anfang Januar mit dem Initial Public Offering (IPO) vorgeprescht - aber diesen Schachzug erlauben die Profi- Investoren den Emittenten nur dann, wenn die Zahlen stabil sind - wie bei einem Immobilienunternehmen. Daher sei LEG Immobilien als Lackmustest nicht geeignet, sagen Experten.

„Den klassischen Eisbrecher gibt es nicht mehr, in dessen Fahrwasser andere und kleinere Unternehmen leicht an die Börse gespült werden können“, sagt Joachim von der Goltz von der Schweizer Investmentbank UBS. „Die Investoren prüfen heute jedes Unternehmen einzeln auf Herz und Nieren.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×