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13.10.2013

11:52 Uhr

Marktausblick

Wall Street bangt um Lösung des Etatstreits

Die Börsen in den USA stehen vor einer wichtigen Woche: Abgesehen von spannenden Quartalszahlen warten die Anleger darauf, ob sich die US-Regierung und die Republikaner im Etatstreit doch noch einigen.

Händler an der New York Stock Exchange: Banges Warten auf die Politik. ap

Händler an der New York Stock Exchange: Banges Warten auf die Politik.

New YorkAn den Finanzmärkten dreht sich in der neuen Woche alles um eine einzige Frage: Verständigen sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress auf eine, wenn vielleicht auch nur kurzfristige, Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze und wenden damit die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA ab?

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos, betont NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Er rechne mit einer Einigung in letzter Minute. Aktienanleger setzen offenbar ebenfalls darauf, dass die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar zumindest leicht angehoben wird, um Zeit für weitere Verhandlungen zu bekommen. Der Dax verabschiedete sich am Freitag mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 8724,83 Punkten ins Wochenende. Das war der höchste Schlusskurs seiner Geschichte und lag nur knapp 50 Zähler unter seinem Rekordhoch vom September. Im Vergleich zur Vorwoche legte der deutsche Leitindex 1,2 Prozent zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann mit dem Schlussstand von 15.237 Zählern auf Wochensicht 1,1 Prozent.

Sollten sich die Parteien bis zum Donnerstag doch nicht einigen, ist das für sich genommen nach Einschätzung des NordLB-Strategen Basse noch kein Beinbruch. Das US-Finanzministerium habe bei ähnlichen Situationen in der Vergangenheit bewiesen, dass es über kreative Möglichkeiten verfüge, den Schuldendienst für eine Übergangszeit sicherzustellen.

Dax-Ausblick: Dax nimmt Anlauf auf Rekordhöhen

Dax-Ausblick

Dax nimmt Anlauf auf Rekordhöhen

Am Freitag scheiterte der Dax knapp an seinem Allzeithoch. Doch der Rekord bleibt in Schlagdistanz. Sollten die Parteien in den USA im Haushaltsstreit einen Kompromiss finden, sind Kurse über 8800 Punkte möglich.

Bei einer Einigung zur Anhebung der Schuldenobergrenze rechnet Aktienstratege Basse mit einer Erleichterungsrally an den Aktienbörsen. Dieser positive Effekt könnte aber schnell wieder verpuffen, warnen die Analysten der Landesbank Berlin (LBB). Denn zum einen wird der andauernde Anstieg des Schuldenstands von keiner Seite grundlegend angegangen. Zum anderen hält das Aufschieben der Diskussion die Unsicherheit an den Märkten hoch.

Das komplette Scheitern der Verhandlungen hält Commerzbank-Analyst Ralph Solveen für sehr unwahrscheinlich. Die langfristigen Folgen eines solchen Desasters wären gar nicht abzusehen. Dann hätte die US-Politik die in über 200 Jahren angesammelte Glaubwürdigkeit der US-Treasuries beschädigt. Damit würde auch die Position des Dollars als Weltleitwährung in Frage stehen. Dass die Unsicherheit hoch ist, zeigt auch der Volatilitätsindex, der in der abgelaufenen Woche erstmals seit Juni wieder über die Marke von 20 sprang.

Kommentare (2)

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wolfshund

13.10.2013, 12:54 Uhr

Hosen voll LUFT. Alles: drückt jetzt raus! Viel Spaß!!

Account gelöscht!

13.10.2013, 14:37 Uhr

Ganz großes Kino. Der Gelddruck ist dermassen übermächtig, daß die Börsen steigen. Ob kurzer Rücksetzer oder nicht. Yellen sei Dank, wird der Druck auch nicht nachlassen.
Ich halte es mit dem Bremer Profi aus einem Parallelartikel. Umlandeuropa bietet noch große Chancen und knickt im Fall der Fälle keinesfalls so stark ein. Das haben die bereits hinter sich. Trotzdem: Keine Indexwerte, immer Einzelwerte gut auswählen.

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