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02.02.2009

07:34 Uhr

Marktbericht: Asiatische Aktienmärkte

Entäuschende Bilanzsaison: Asien-Börsen mit Verlusten

Enttäuschende Firmenergebnisse haben die Märkte in Fernost belastet. Einige Marktteilnehmer befürchteten, dass die Wirtschaftskrise viele Unternehmen noch schwerer trifft als bisher erwartet. Hoffnung setzen die Börsianer nun auf das Konjunkturpaket des US-Präsidenten Barack Obama.

Quelle: dpa

HB TOKIO. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,5 Prozent auf 7 873 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix-Index verlor zwei Prozent auf 777 Zähler. Auch die Aktienmärkten in Südkorea, Hongkong und Singapur notierten schwächer. Die Märkte in Taiwan und Shanghai lagen dagegen leicht im Plus.

Zu den größten Verlierern in Tokio zählte der Elektronikkonzern Hitachi, der wegen der Wirtschafsflaute mit einem Rekordverlust von über sechs Mrd. Euro rechnet. Hitachi-Papiere stürzten um 17 Prozent ab. Mitsubishi Electric strich seine Prognose für das Ende März endende Jahr zusammen, seine Aktien fielen rund neun Prozent. Papiere von Panasonic, dem Kreisen zufolge ein Verlust vom über drei Mrd. Euro im Geschäftsjahr droht, gaben 3,1 Prozent nach.

"Dieses Jahr haben sich die Bedingungen während der Bilanzsaison Tag für Tag verschlechtert. Es war schlimmer als vom Markt erwartet", sagte Analyst Yoshinori Nagano. Laut Daten von Thomson Reuters erwarten japanische Großunternehmen in dem Ende März endenden Geschäftsjahr nun einen Gewinneinbruch von 62 Prozent. Vor wenigen Wochen war das Minus noch mit 38 Prozent veranschlagt worden.

Die weltweite Absatzkrise zieht die japanischen Autobauer Honda und Toyota immer weiter nach unten. Honda senkte am Freitag zum vierten Mal seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Honda-Papiere gaben ein Prozent nach. Branchenführer Toyota rutscht Unternehmenskreisen zufolge im Geschäftsjahr tiefer in die Verlustzone als bislang angekündigt. Toyota-Papiere verbilligten sich um 1,4 Prozent.

"Die Lage der weltweiten Wirtschaft hat sich zweifellos weiter verschlechtert. Das wird beim Tauziehen um Konjunkturpakete eine Rolle spielen", sagte Händler Hiroichi Nishi. "Angesichts der schlechten fundamentalen wirtschaftlichen Rahmendaten hofft der Markt auf Konjunkturpakete", sagte Analyst Yutaka Miura. Besonders gespannt blicken die Händler auf US-Präsident Obama, der mit den Republikanern am Montag erneut um Zustimmung für sein 900 Mrd. Dollar schweres Konjunkturpaket werben wollte.

Wegen Sorgen um die Lage der europäischen Wirtschaft gab der Euro in Fernost weiter nach. Gegenüber dem Dollar fiel er auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten und notierten zum Handelsschluss in Japan mit 1,2732 Dollar. Zur japanischen Währung notierte der Euro mit 114,17 Yen. Der Dollar verlor gegenüber dem Yen 0,3 Prozent und wurde für 89,65 Yen gehandelt.

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